Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 8 (August 1858)
- Date
- 1858-08-01
- Page
- – (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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PMUMsie ihrer Kinder halber schweben. Die gesammte israelitische Gemeinde bat sich nun an das jüdische Oberconsistoriuch zu Paris und>an die Londoner Gemeinde gcwendet, damit ihnen durch die. Vermittlung der W .st? mächte Hülse werde in solcher Catamität. Viele der wohlhabenderen jüdischen Familien haben ihre Kinder ins benachbarte, Modenesifche und Toscänische qeflüchtet; und solche Barbarei, die man sich! im Mittelalter kaum erlaubte, findet im 19. Jahrhundert unter unseren Augen Schu^ der römischen Regierung." . Cincinnati. In der von Herrn Jsaac M. Wi1»>' Rabbiner in Emcinnati, redigirten eborah" werden wir aufgefordert, in Betreff Wabrheitswidriger Nachrichten, die in einer zu Frankfurt a. M. erscheinenden, der neu^orthodoren Richtung Angehörigen jüdischen Zeitschrift über die israelitischen Zustände in Cincinnatti sich befinden folgende. Berichtigungen aufzunehmen: ^Cincinnati hat fünf jüdische Gemeinden u. z. K- Vene Israel, die älteste Gemeinde, zäblt an zwei-, bunhert Mitglieder, hat einen großen Tempel, einen guten Chor,' einen zeitgemäßen Gottesdienst und an Herrn vr. Lilienthal einen Redner ersten Ranges. Im Untergebäude der Synagoge ist die Gemeindeschule Nojoth, die von etwa hundert Zöglingen besucht und von vier Lebrern unter Aufsicht des Herrn vr. L. geleitet wird. Nebst den Normalgcqcnständen wird bebräisch und deutsch fleißig getrieben. Der Erfolg dieser Schule ist vielfach in diesen Blättern besprochen worden. K- K- Vene Ieschurun ist die nächst älteste Gemeinde. Sie. hat einen, eleganten lempel, Chor und Orgel, einen zeitgemäßen Gottesdienst, und circa 215 Mitglieder, die zweiten Feiertage find Se facto abgeschafft und alle vernünftigen Verbesserungen eingeführt. Da d^r Schreiber nicht von^sich selbst sprechen will, so kann er auch über den Prediger dieser Gemeinde kein Urtbeil abgeben. Nächst der Synagoge stebt das Schulhaus der Gemeinde,. Ta lmid Je l od im Institut/ worin 430 Kinder von fünf Lehrern unter meiner Anflickt unterrichtet werden. Die Früchte dieser Echule sind oft in diesem Blatte besprochen worden. Diese beiden Gemeinden haben eine Vegräbnißstätte, ein Spital und eine Woblthätigkeitsgesellschaft, die zwar von andern Israeliten der Stadt ebenfalls unterstützt werden; drei Viertel des Gesamtbetrages dieser Institutionen aber werden von den Mitgliedern obiger zwei Gemeinden beigetragen. ES ist anzunehmen, daß in irgend einem dieser Tempel so viel Raum ist, als in den drei übrigen Synagogen, gewöhnlich sind am Sabbath so viele Veter in einem der Tempel, als in zwei der Synagogen sitzen können. Tie Tempel sind aber an Feiertagen gedrängt voll und während der Geschäftszeit, wenn viele Fremde Hieher kommen, sehr stark besucht. — K.K. Ababath Achim ist der Zeit nach die dritte Gemeinde. Sie zäblt , circa fünfzig Mitglieder und ist, seit Rabbiner Kalisch abtrat, wieder in ihre alte Manier Zurück gesunken. Sie ist im Besitze einer eigenen, wenn auch kleinen Svnagoae und gehört einer gemäßigten Richtung an, es fehlt ihr aber jetzt an einem Führer. K. K. Scherith Israel, die reinorthodore, ist der Zeit nach die" vierte. Sie zählt circa 80 Mitglieder, hat ein gemietetes BethauS , das ungefähr 200 Menschen fassen kann, und ist bemüht, den uralten Ritus zu erhatten. Die fünfte ist die polnische Gemeinde mit circa 28 Mitgliedern, die den polnischen Ritus zu verewigen, bestrebt ist. Der lobenswertheste Frieden und die herrlichste Eintracht Herrscht hier zwischen und in den Gemeinden. Wir haben drei Wohlthatigteitsgescllschaften jüdischer Frauen, die sehr viel Gutes stiften: drei Bene-Berith-Logen, die ebenfalls als wohlthätige» Körper zu betrachten smd; eine Chebra Kadischa. die den gewöhnlichen, humanen Zweck verfolgt, nebst andern Gesellschaften. 22*