Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 8 (August 1858)
- Date
- 1858-08-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Oie neuesten Erscheiuungen «ms Ghulel declariwist, an die Christlichkeit de» Jnspectors geknüpft?; Und ist hier gar, wie wir mit Grund Vermutben. von einer bloftn jüdischen Religionsschule die Rcke; wirb da nicht gar manchem ch r i st l i ch e n Schulvörfteher, aus Mau. «el an gehöriger Kenntniß der jüdischen Religionslehre überhaupt und der hebräischen Sprache insbesondere, die Fähigkeit zur Abgabe eines UrtheilS über die Leistungen derselben abgehen? Und ift eS ferner die christliche Geistlichkeit, tvie wir abermals mit Grund vermuthen, aus deren Mitte die DistrictS-Schulvörsteher gewählt sind; werden dadurch nicht gerade dem, der gewohnt ist, das ihm übertragene Amt mit Gewissenhaftigkeit zu versehen, oft die schmerzlichsten Collisionen der Pflichten bereitet? Denn während er in der jüdisch«^M^ gionSfchule darüber wachen soll> daß die jüdischen Religionslehren, die dem christlichen Dogma doch in so manchen Stücken ganz entschieden entgegenstehen, den Zöglingen gründlich eingeprägt werden, hält er es außerhalb dieser Schule, in seinem eigentlichen Berufskreise, vielleicht für ein höchft verdienstliches Werk, den Juden für feinen christlichen Glauben zu gewinnen! ' Oder hält man blos zu dem Zweck^eme^ christliche Ueberwachung' für nothwendig, damit in der jüdischen Schule nichts StaatSgefährliches gelehrt, keine dem Christenthume feindselige Gesinnung der jüdischen Jugend eingepflanzt werde? Abgesehen davon, daß unsere Religionslehrbücher Jedermann zur Einsicht zugänglich sind, halten wir uns überzeugt, daß die jüdische Bevölkerung des Lippe'schen Fürstenthums sammt ihren Schulen auch nicht im Entferntesten einen Grund zu solcher Verdächtigung gegeben haben. Vielmehr wünschen wir—was namentlich den letzten Punkt betrifft — aus der Tiefe unserS Herzens, daß in allen confessionellen Unterrichtsanstalten der Jugend die Hochachtung, die wir der von dem eigenen Glauben abweichenden religiSsen Ueberzeugung schuldig sind, ebenso beigebracht würde, wie in den jüdischen Religionsschulen; wir würden alsdann gar manche den Menschenfreund betrübende Er» scheinungen auf den verschiedenen kirchlichen Gebieten nicht Z» beklagen haben. Sü5tivd.