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Der israelitische Volkslehrer · 1858-08-01 · Heft 8 (August 1858) · page 18

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
7 (1858)
Issue
Heft 8 (August 1858)
Date
1858-08-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Blumen auj Gräberm Anders aber ist es in unserer Zeit k Unter den helleren, freundlicheren Verhältnissen, in welchen wir mit Gottes Hülfe leben, stehen wir auf einem Boden, auf welchem auch daS Sudenthumi wieder in Heller, freundlicher Gestaltung zur Erscheinung kommen kann und soll; und eS zeugt von einem Stumpfsinn ohne Gleichen, wenn man die durch den, freilich Jahrhunderte -dauernden^ ab norm en Zustand erzeugte, gej drückte, verschrobene Gestaltung des Judenthums als normal, z wenn man den in dem wilden Kampfe aufgeregten Staub, der sich in allen Räumen unsers jüdischen Heiligthumes hingelagert hat, als heiligen nicht anzutastenden Staub erklärt. Was hier im Allgemeinen ausgesprochen ist, daS gilt nun insbesondere von unfern Begräbnißplätzen. Das ungeordnete, ' verwilderte Aussehen, das die Stätten unserer Heimgegangenen 1 früher allerdings darboten, war nichts als ein getreues Spiegelbild der gesetzlosen Willkür, unter welcher die Lebenden ihr Dasein verbrachten und die Tobten selbst vor muthwilliger k Mißhandlung nicht gesichert waren. Heutzutage aber soll die sinnig ordnende Hand walten bei der Anlegung und Einrichk tung der Ruhestätten der Unserigen, zur Ehre der Todten wie? der Lebenden ("ni tt->x>'? d^P'.) Der Friedhof soll in j seiner ganzen Erscheinung nicht den Anblick einer rauhen Wildniß, sondern ein Bild des Friedens, ein Bild ergreifender Stille*) darbieten, und dadurch diejenigen Gefühle und Empfindungen i bei dem Besucher erwecken und beleben, die dieser heiligen j Stätte angemessen sind. Und jeder Unbefangene wird zugeben,! daß die Blumen, womit die fromme Liebe — um sich dadurch eine tröstliche Genugthuung zu verschaffen — die Ruhestätte eines geliebten Todten schmückt und pflegt, womit sie von der fortdauernden durch das Hinscheiden nicht unterbrochenen Verbindung sich selber ein rührendes anschauliches Zeugniß gibt, womit sie zugleich das Aufblühen und Dahinwelken des Menschenlebens so treffend für sich und jeden Beschauer versinnbildlicht, — nicht zu frivolem Leichtsinne einladen, sondern in jene *) .ötmxmV 'II bnw VM. 21

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