Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 7 (1858)
- Issue
- Heft 2 (Februar 1858)
- Date
- 1858-02-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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AK Reeen?o»en md Anzeigen. erstes ZubilSum gefeiert^ un^ eine ziemliche Anzahl ausgezxi^stex Männer, die auS dieser Schule hervorgegangen sind, sich eine allgemeine Äne^ hat, daß alljährlich W Anreden an die Schüler bei der Schluß- und der Eröffnungsfeier gedruckt werden, damit auch die Außenweit erfahre, in welchem Geiste dort die rabbtnische Bildung gefördert wird. Sie sind Mit eher geeignet, Theilnahme für die Wirksamkeit der schon hinlänglich durch ihre Schriften bekannten zum Theil sehr berühmten Männer, zu erwecken, als Abhandlungen über ganz fremde Stoffe, tvelche höchstens einzelnen Liebhabern willkommen erscheinen, sonst aber bei Seite gelegt werden. Diesmal sind zwar beide Reden zusammen, bei weitläufigem Abdruck nur 12 Octavseiten stark; doch möge man daraus nicht schließen, daß ihr Inhalt mager sei. Wenige Worte sind oft gehaltreicher und eindrucksvoller als lange Reden, und bleiben jedenfalls dauernder im Gedächtnisse. ' Die vorliegenden zwei Anreden haben diese Eigenschaft. Ueber Della Torre'S Styl brauchen wir nicht zu sprechen, man keimt ihn auS vielen veröffentlichten Vorreden. Hier bespricht die EMlassungS-Rede den Gedanken: das Gesetz ist, auf Stein eingegraben, oder sonst durch Schrift verbreitet, immer nur ein todter Buchstabe, wenn es nicht zugleich des ganzen Lebens sich bemächtig und den Menschen begleitet, „wenn er zu Hause oder auf Reisen ist, wenn er sich niederlegt und aufsteht", wie denn auch Jeremias sich (31, 33.) ausdrückt, „ich lege mein Gesetz in ihr Inneres, und schreibe es auf ihr Herz". Wie es dem Könige selbst zur Pflicht gemacht worden, fortwährend im Gesetzbuche zu lesen, so hat, nach der Zerstörung des Tempels und. dem Untergang des Staates, jeder Israelit die Pflicht, diesen einzigen übrig gebliebenen kostbaren Schatz zu pflegen und zu bewahren, und in ihm die Einheit Israels aufrecht zu halten, so daß Millionen Herzen in der weiten Zerstreuung von gleicher Gesinnung erfüllt werden« Daher strebt das Institut, sagt der Redner, die Schüler in alle Verzweigungen des Gesetzes einzuführen, aber mehr um dessen Seist mitzutheilen, als den Wortinhalt; den Schülern nicht sowohl Kenntniß, als vielmehr Weisheit, nicht sowohl Gelehrsamkeit, M vielmehr Tugend einzuflößen, sonst wäre das Gefetz nur eine BfvM. ohne Pallast, nur ein Fruchtreis ohne Stamm und Wurzel Man habe mehr, nach dem Grundsatze der Thalmudisten, die trefflichen Thatea, als bewundernswürdiges Wissen im Auge, und darum auch den Schülern, die Pflichten ihres Berufs, die mannichfachen Entbehrungen, die Ausdauer im Forschen, die Bescheidenheit PtS. Verhaltens, die Vorsicht in Worten, die Enthaltsamkeit im Genüsse, die.Deherrschung der Leidenschaften, die Frömmigkeit,