Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1859)
- Date
- 1859-06-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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oder: ein Pröbchen Ungachch-Mähr^ 187 scheinlich eine Nachahmung seines Gesinnungsgenossen vom lNored" erklären. Diese Menschen rühmen die Bescheidenheit der alten auf Kosten der neuen Rabbiner und sie erdreisten sich, glauben zu machen, als hätten und verkündeten sie allein „lora vom Noria und vlwred?" — Auch konnte ich des Verfassers Befürchtung, es könnte sich Mancher an der ' „offenen Sprache" stoßen, begreifen, da er sich gleich dem falschen Propheten eiserne Hörner (l. B. d. K. 22, 11) aufgesetzt hat, um hiermit auf die unverschämteste Weise zu stoßen und - zu lügen. Solche „Schüchternheit" aber blieb und bleibt mir ein Räthsel! Jener Anhang nun, der über die „Aesthetik der jüdischen Predigten" (was sollen diese Gänsfüßchen bedeuten? gibt es ein so betiteltes Werk? Mir ist kein solches bekannt) handeln soll, enthält eine Trauerrede. Wahrlich ein sehr schlecht gewähltes Thema, um—über Aesthetik zu sprechen, wofür ihm der Geist des Betrauerten nicht danken wird. Eben so wenig, daß der gehörnte Verfasser nur auf Kosten der neueren Rabbiner, die er so tief herabsetzt, ihn, den jetzt seligen, erheben und betrauern konnte. Der Verfasser verräth hierdurch schon wenig ästhetisches Gefühl, noch weniger einen anständigen und sittlichen Sintu Es ist eine unverzeihliche Sünde, die jeden Wich besseren Menschen im tiefsten Innern empören muß, wenn ein Geistlicher bei einer solchen Veranlassung, wo jede Leidenschaft unterdrückt sein und alle Parteisucht schwinden muß, wo Jeder dem Hingeschiedenen zuruft: „Er ruhe in Frieden!" — die Leidenschaften n^ch. mehr aufregt und hierdurch den stillen Frieden stört.— Jedoch zu dem „Anhange" selbst! Ich begnügte mich nicht mit dem zweiten Theil des Anhangs, auf welchen die Vorrede hinweist, sondern las auch den Eingang und den ersten Theil der Trauerrede (Seite 181 -1V4). Im Eingange gibt der Verfasser (Seite 182) uns schon ein Pröbchen seiner Exegese, die er als Muster der wahren „Aesthetik" aufstellen will. Nachdem er nämlich erörtert hat, daß derjenige, der nur „für sein Geld" (?) und den irdischen Genuß lebt, den Verlust eines großen Mannes nicht fühlt, j und daß selbst die Frommen es selten einsehen, wie viel Heil mit einem so großen Manne zu Grabe getragen, der künftigen Generation, der kommenden (?) Welt u. s. w. — läßt er den Provheten Jesaias sein Zeitalter in dieser Weise anklagen: „Dahin ist der Fromme und Niemand nimmt es;u Herzen" „Doch (Hört I Hört!) ^sv^ -iONselbst Vie wenigen Frommen, die wenigen Treuen, die 15