Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1859)
- Date
- 1859-05-01
- Page
- – (sequence 35)
- Language
- German
- Belongs to
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Rulchschaw' Benrcheilung des fraglichen MnisterialerlasseS beruht aber auf Uukeuntniß de? Gesetzes und kann in dieser Verfügung durchaus nur'eine gerechte Consequenz gefunden werden, welche g^^ auch auf Prstestan^s und Katholiken schon seit dem 7. März 1822 in der Art angewendet vi?s, daß bei der Verwaltung der Stiftungen dissentirender Gemeindeparzeü-u Partikular-Stistungsräthe und Kirchencouvente auch Bürgerausschüsse aus den betreffenden Confesfionsgenossen so zahlrM^ MMn.find.^am_allern ein CoIegium bilden zu tonnen. Wo es fich ur^ Stiftungen blos für gotteSdieniiliche Zwecke handelt, da sind, wenn der Gemeinderath ax? Mitgliedern von verschiedenen Glaubensbekenntnissen zusammengesetzt'iß, die katholischen Mitglieder desselben von den Berathungen über die Verwaltung evangelischer Stiftungen und umgekehrt ausgeschlossen. (Per?. Edikt v. 1. März 1822, Z 122.) Warum sollte nun den Israeliten eis Vorrecht eingeräumt und die seit einigen Jahren aus Versehen vielleicht hie vnd da vorgekommene Theilnahme isr. Gemnnderätbe au oen chriß!. StistungSrathssitzungen nicht ebenfalls entzogen werden?! — Aus Anterfrawken (verspätet). Die Preisangabe der medicinischen Facultät zu Würzburg pro 1857/58 hatte nur zwei Bearbeiter gefunden, vämltch die Candidaten der Medicm Hirsch Silberschmidt aus Niederwerrn und^ Albert Kleemann aus Schweinfurt, beide find Israeliten; die. Arbeit des Ersteren wurde von der Facultät e^n stimmig als des Präses würdig erklärt, die des Letzteren mit dem Preisaccessit belohnt. -- ' O VberfrankelU Es berührte uns dieser Tage höchst schmerzlich die Kunde aus Bamberg, datz der noch im besten Mannesalter gestandene und auch m weiteren Kreisen rühmlichst bekannte Herr Hirsch mann, MMmeifier bei der königl. Landwehr dortselbst, das Zeitliche gesegnet ha!. Der-Verstorbene hat fich durch Talent» unausgesetzten unvndroZenen Fleiß un^ durch seinen biedern Charakter, ohne Hintansetzung seines israelitisch^ > Hlaubens daSLutrauen und. die Achtung seiner Mitbürger in dem Sra?e erworbxn, daß er neben vielen Concurrenteu jenen Ehrenposten bis zu sejnem Ende bekleilete. Bei seiner Beerdigung, welcher auker einer gro§eu Zahl, den verschiedenen Ständen der Stadt angehöriger Bürger die zefamrut« LandMehr mit ihxen Obern beiwohnte, sprach fich eine so allgemein Theilnahme aus., wie sie sonst nur MäNNLxn von Distinction zu Tb^ wird. Bei der durch Kravkheitsumstände eingetretenen Verhinderung des greisen Rabbiners Herrn Rosenseld.zu Bamberg, sprach der dortig? Reugionslehrer und Cantor Herr Ortenstein eindringliche Worte am Graben — Himmlischer friede diesem israelitischen Ehrenmarme! Möge fem Beispiel .qufS Neue sie Lehre Predigen, daß der Jude einen großen Theil seiner Mntlichen Achtung und Ehre fich selber schalt. ,