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Der israelitische Volkslehrer · 1859-05-01 · Heft 5 (Mai 1859) · page 27

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 5 (Mai 1859)
Date
1859-05-01
Page
– (sequence 27)
Language
German
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Recenfiouen und Anzeigen. daß man aber dann für diese Billigkeit und Nachsicht anderweitig belohnt wird. So wird z. B. von Herzfeld der alte Grundsatz: Wer predigen will, muß einen Text haben, nicht befolgt. Gleich die erste Predigt „über die Wahrhaftigkeit" hat keinen Text, denn die angeführte Stelle, Jerem. 10, 10, ist Höchens ein Motto. Noch mehr hat sich die achte: „Von der Möglichkeit und Heilsamkeit, Offenbarungen in uns zu erzeugen, die überlieferten selbst wieder und verwandte (sie!)", von einem Texte emancipirt und ganz die Form eines freien Vortrags, einer sehr pikanten und interessanten Betrachtung, die jedoch, wie schon das schwer verständliche Thema andeutet, sehr viele Aufmerksamkeit und Anstrengung von Seite der Zuhörer voraussetzt und in Beziehung aus Klarheit und Deutlichkeit nichts weniger als ein Muster ist. Und doch däckte ich, daß wir gerade am Wochenfeste — warum nennte ^^feld^ PMgstftst? ^( S. 79) -^ klar, einfach und verständlich zu sprechen, Stöfs und Grund genug haben. Was ist einfacher und klarer als die Gesetzgebung? — Und damit berühren wir zugleich eine andere Eigenthümlichkeit Herzfelds. Er ist ein Mann der Reflexion und so herrscht auch in seinen Vorträgen das reflexive Elemem oft in abschreckender Weise vor. Gemüthlickkeit, Leichtigkeit und Gefälligkeit des Ausdruckes ist seine Sache nicht. Er bleibt seinem Publicum fern, rückt ihm nicht zu Leibe, und diese^erne^ilnd Fremdheit gM sich auch darin kund, daß er die dritte Person „Sie" und nicht die schickliche zweite Person „Ihr und Du" in der Anrede gebraucht. Er verschmäht es, seine geistige Speise zu würzen mit der Würze oratorischer Kunst. Er hascht nicht nach Bildern, Gleichnissen und Schlagwörtern— was man ihm gewiß gern verzeiht —; er streut selten rabbinische Aussprüche und Midraschim ein, obgleich ihm doch das Zeug dazu gewiß nicht fehlt. Er gibt sick auch nicht viel mit Deuten und Svmbolisiren ab und wenn er ja einmal auf dieses schlüpfrige Feld geräth, wie z. B. in der siebenten Predigt über so merkt man's, daß er nicht in seinem Element ist. Man wird schwerlich durch das, was er da über Tefilin zur Empfehlung sagt, angezogen; man wird eben so schwerlich der allerdings scharfsumiaen Erklärung, daß und warum bei allen Opfern „Zlas-ow" seiu mußten, nur bei Dank- und Aerndteopfern nicht, beistimmen. Am wenigsten aber wird man den Hauptgedanken richtig finden, daß Moses den Kindern Israels nichts von der so bald bevorstehenden Abreise gesagt, nicht sie zur Vorbereitung aufgefordert haben sollte. Warum sollten sie denn das Osterlamm

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