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Der israelitische Volkslehrer · 1859-05-01 · Heft 5 (Mai 1859) · page 23

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
8 (1859)
Issue
Heft 5 (Mai 1859)
Date
1859-05-01
Page
– (sequence 23)
Language
German
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!S8 Frankfurter Gallerte. K. Elchanan Helen. Elchanan ben Abraham Helen, ein bekannter Dichter, geboren in Frankfurt am Main um 1560. Augenzeuge von den Verfolgungen der Juden im Jahr 1614 durch Vinc. FettmiliL, besang er diese traurige Begebenheit in hebräischen und deutschen Versen. Dieses Gedscht, zu Amsterdam 1648 gedruckt, wurde von Wagenseil, in seiner Belehrung der jüdischdeutschen Rede und Tckreibens, p. 119, und SckM, in seinen jüdischen Merkwürdigkeiten III, 9, mit rab binischen. und deutschen Buchstaben wieder gegeben. Der bebräische Text wurde auch in der Frankfurter Ausgabe vom Zemach David eingerückt und die deutsche Beschreibung in Frankfurt mit den Schriften Jospa Trier Cohen 1696 in 8 gedruckt. Man hat noch von unserem Elchanan Helen ein he bräisches und deutsches Gedicht von der langen Gefangenschaft der Israeliten und ihrer Erlösung, welches zu?ublin 16Ä in 8. edirt wurde. 7. Nathan Adler. Nathan Adler, Sohn des Rabbi Simon Cohen Adler, geboren zu Frankfurt am Main, war ein eifriger Freund w Aakbala und des (SaLLiäLism. Erhielt einen Hausgottesdieck nach sefardischem Ritus, gleich den Cbayidäern in Polen. Ter Vorstand der Gemeinde suchte umsonst diese Synagoge zu Wetzen, Nathan Adler fuhr fort seinen eignen Gottesdienst iu halten. Der Vorstand, ungeduldig, ließ es ihm, im September 1779, bei Drohung des Bannes verbieten, aber er kebne sich weder an der Drohung noch an dem Banne selbst, ier öffentlich gegen ihn vom Oberrabbiner Pinchas Horwitz aus gesprochen wurde (Gemeindebuch, in Folio, aä anii. 539). Der Bann hatte jedoch die Wirkung, daß er nach zwei Jahren Frankfurt verließ und sich nach Polen begab. Er erwarb sich dort einen bedeutenden Ruf, und wurde 1783 al; Rabbiner nach Boskowitz berufen. Aber seine amtliche Wirk samkeit in diesem Orte währte nicht lange. Einerseits mißfiel im höchsten Grade sein Hausgottesdienst, den er auch hier nat sefardischem Ritus hielt, anderseits wurde er wegen seiner kat valistischen Strenge beim Viehscklachten vom Pächter der Lerzehrungssteuer bei der Landesstelle angeklagt. Der Rabbiner von Frankfurt verließ alsbald Boskowitz und kehrte in seine Vaterstadt zurück. Der Bann haftete noch immer auf ihm,

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