Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 4 (April 1859)
- Date
- 1859-04-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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Rundschau. wandte 5 man saate: .Schlaget den Juden todtl* Ich glaube aber nicht, daß Herr v. Blanckenburg uns zumuthen wird, diese Lösungs-Versuche anzuwenden. Dann ist er über das Mittelalter hinausgeschweift in die alte Zeit und hat Tacitus citirt; aber, meine Herren, derselbe TacituS nennt das Christenthum oäiurQ xeueris kuvaaru, und mag der römische Autor dies subzectiv oder obiectiv gemeint haben, Herr v. Blanckenburg wird diesen Satz wohl nicht unterschreiben. Wenn TacituS so ungerecht gegen die Christen war, so werden sie auf seine Aeußerungen gegen die Juden auch nicht allzuviel Gewicht legen können. Herr v. Blanckenburg hat den Juden eine gewisse Sehnsucht uach dem Laude Kanaan zugeschrieben. Im stillen Herzen mögen manche Juden eine solche Sehnsucht hegen, ich meinerseits habe nie etwas davon gehört und appellire an die Mitglieder sür Berlin und Waldenburg (v. Veit und Reichenhelm), ob sie ein solches Sehnen fühlen. (Große Heiterkeit). TUs Mitglied sür Waldenburg dürfte sich nicht allzu sehr nach Kanaan sehnen, auch wenn eine Eisenbahn dahin führte. (Heiterkeit). Herr v. Blanckenburg hat serner den Unterschied der Nationalität, die Racen-Verschiedenheit hervorgehoben. Meine Herren! Ich verweise Sie auf. jenes hervorragende Mitglied des Herrenhauses, das ich indeß nicht, wie ich in früheren Fällen gethan, nennen werde; wenn nun der noch immer der Bannerträger der sogenannten conservativen Partei ist, wollen Sie auch dann noch den Race-Unterschied betonen? Die Sehnsucht nach Kanaan hat die Juden im Jahre 1813 nicht verhindert, in großer Menge zu den Fahnen des Königs zu eilen und sich Ansprüche auf militärische Ehren zu erwerben. Ich muß als besonders wichtig noch Folgendes hervorheben: Tagtäglich können die Juden als Geschworne über unsere wichtigsten! und heiligsten Interessen, über Leben und Tod, entscheiden, und in der geringeren Function als Beisitzer eines Kreisgerichtes sollten sie nicht sungiren können?! Nachdem die Juden als Geschworne — und der Fall ist denkbar, daß alle zwölf Geschwornen Juden sind — die Schuldsrage entschieden haben, sollen ste als Richter nicht über das Strasmaß aburtheilen können?! Herr v. Blanckenburg hat endlich von dem Grundrechte des preußischen Volkes gesprochen, daS darin bestehe, nicht von Juden gerichtet und regiert zu werden. Ich habe alles, was ich nur von Grundrechten austreiben konnte, durchgestöbert und jenes Grundrecht nirgends entdecken können. Hier greift als Grundrecht die alte preußische Tradition Platz, der Grundsatz Friedrichs des Großen: .In meinen Maaten kann Jeder nach seiner Fa?on selig werden." Herr v. Blanckenburg mag dagegen aus einem gleichzeitigen Schriftsteller das Wort an- Mren: .Thut nichts, der Jude wird verbrannt!" — Ich denke aber, ^oir folgen dem großm Könige und überweisen die Petitiöu der SiäatS- Merung zur Berücksichtigung. (Bravo!) — Der Zustizminister hält Zeine Ansicht hinsichtlich der Eidesleistung fest. — Der CultuSminister 5 IX. 10