Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 7 (Juli 1859)
- Date
- 1859-07-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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204 Die jüdische Bottsbibel, rtchtung, daß man gegen die hebräische Sprache, gegen deren Gebrauch beim öffentlichen Gottesdienste, gegen deren Erler. nung in den jüd. Schulen, im Sturmschritt anmarschirte. Dieser Wahnsinn einer falschen Reform ist überwältigt; wir brauchen nur die Namen Holdheim und Einhorn zu nennen, die beide auf den äußersten Zinnen der Reform stehen, und doch beide für die Erhaltung der Kenntniß unserer heil. Sprache beseelt sind und sich eifrig und begeistert dafür aussprechen. Die Erhaltung der hebräischen Sprache beim öffentlichen Gottesdienste muß die Notwendigkeit von deren Erlernung in unseren Schulen bedingen, und die in der Schule erlangte Kunde muß das Verständniß der Gebete wie der Predigt und deren charakteristische Weise als „vei-asd^ als Erforschung und Auslegung des göttlichen Wortes, ermöglichen. Wie beklagenswerth wird der jüd. Prediger, und wie farblos die jüd. Predigt sein, wenn jenen das Bewußtsein durchdringt, daß seine scharfsinnigste Auslegung und Anwendung von Schrift und Äliära^eli verloren gehe, weil unverstanden, weil nur Idioten (^71 vorgetragen, denen jede Kenntniß des Hebräischen und jede feine Nuance des Uraus' drucks entfremdet ist! — Darum muß unser Eifer ganz vorzüglich der Wiedererweckung des Jitteresses für die hebr. Sprache gewidmet sein, und eine Volksbibel darf daher des hebr. Textes nichl entbehren. Schon der Anblick des Hebräischen wird dann manchen Pater aneifern, wenn er es auch selbst nicht mehr versteht, doch seine Kinder Hebräisch lernen zu lassen.— Man sage nicht, es sei die Ünkunde des Hebräischen schon zu weit gediehen; bei unseren ehemaligen Glaubensbrüdern zu Alexandrien in Aegypten war es damit noch weiter gekommen, sodaß selbst theologisch gelehrte Männer die Bibel nur aus dem Griechischen kannten, und dennoch ist später das Studium der hebr. Sprache in ganz Israel allgemein geworden. Ein Um schwung wird auch bei uns nicht ausbleiben; er ist, wie bereits bemerkt, theilweise schon eingetreten. Ich kann dazu ein genug' thuendes Beispiel aus meiner eigenen, hiesigen Erfahrung an fuhren, indem der verehrte, emeritirte Oberlehrer der isr-