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Der israelitische Volkslehrer · 1860-05-01 · Heft 5 (Mai 1860) · page 36

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 5 (Mai 1860)
Date
1860-05-01
Page
– (sequence 36)
Language
German
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''«üsbschau. «amtchaes' driMu^DerkWbel. rottet«-sich «bends^gegett S'W'^rn der! Gstadt Neuhofen vor der Vranutweinschenke des Israeliten Taustg''züsävr- NM und schlug m derselben die Fenster ein. Die TnmultLcMten, ^welche bereits früher ber einem Israeliten einen Einbruch versucht haMn, Mruu> »erteu danu das Haasts des Branntweines, drangm in dis Äohttüng Vld das Magazm ein, und warfen Waare und Cmrichwngsstücke, Nachdem ße Gläser und Bilder zertrümmert, in die Jglawa. Gegm Mitternacht gelang es der Gendarmerie, die Ruhe wieder herzustellen usd die Rädelsführer der Tunmltuanteu, die hartnäckigen Widerstand leisteten, zu verhaften. Wie diese wüsten Scenen, würdig eines mittelalterlichen Krähwinkels, entstanden smd und wer sie hervorgerufen hat, darüber verlautet bis jetzt nichts Verläßliches. Am 2. d. traf der Vorsteher der gerichtlichen Abtheilung des Bezirksgerichts (der Bezirkshauptmann hatte fich nach Jglau begeben) Anordnungen, um einer sich möglicherweise erneuernden Ruhestörung zu begegnen. Der.städtische Gemeinderath und die Bürgerschaft wurden durch eine Zuschrift und später noch durch eine Publication, mit Hinweisuug auf die Gesetze^ an ihre Pflicht erinnert, zur Aufrechthaltung der Ruhe beizutragen. Im Laufe des ÄgeS trafen von den benachbarten Orten Gendarmen ein, so daß unser Posten auf 15 Mann verstärkt war. Abends kam auch der Bezirkshauptmann zurück und traf, da Gerüchte von abermaligen Vorbereitungen zu einem Tumulte cursirten, seine Vorbereitungen. Dank diesen blieb die Nacht ruhig, wenn man einige Attentate aus Fensterscheiben in der Zudeugasse abrechnet. Mehrere von den am Auflaufe Betheiligten wurden eingezogen; man erwartet eine Untersuchung-Commission aus Jglau, deren Forschungen endlich ewiges Licht über den Ursprung dieser allem Anscheine nach tendenziösen Excesse bringen wird. . . -, Aus Böhmen. 23. März Es ist zu? Zeit^ als die Mortara-Älngelegenheit in allen Blättern besprochen wurde, mitgetheilt worden, daß dieser Borgang nicht jenes Aufsehen verdiene, da in Oestreich der Fall der Nothtaufe oft vorkomme, ohne daß man von demselben ein Aufhebens macht. Tis solcher Fall ereignete sich erst dieser Tage wieder in dem Prager Allgemeinen Krankenhause. Eine Jüdin, die krank darniederlag, von den Äerzten aufgegeben und von denselben am Abend in bewußtlosem Zustande verlassen Verden, wurde am Morgen in ihrem Bette mit einem Kreuze unh Rosenkränze im Sterben gefunden. Auf die Frage des Arztes, wie die Frau zn diese» Gegenständen komme, wurdt. ihm mitgetheilt, daß die fünfundfiebzigjährige Frau auf den Rath der Nonnen, daß fie durch die Taufe genesen werde, in der Nacht die Taufe verlangt und daß man ihr dieselbe ertheilt habe. Am darauf folgenden Tage wurde die Frau, die nach den Aussagen derAerzte m Mge einer Operation ununterbrochen in bewußtlosem Zustande S-vesen . nach christlichem Gebrauch auf dem katholischen Kirchhof begraben. Wie es heißt, haben die Hinterbliebenen gegen dieses Versalien Beschwerde «hebe». (D. Sl. 3.)

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