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Der israelitische Volkslehrer · 1860-04-01 · Heft 4 (April 1860) · page 7

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4 (April 1860)
Date
1860-04-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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KZS FeS-Predigtea M der Synagogm-iWweihung. Mopftt^nwaS ste gelitten haben für Gott und Glauben? TausendstimutlK im Geiste höre ich rufen aus Eurem Herfen: nein! Man!.?^ ,^Md. M-z?.e Zunge klebe am Gaumen, wenn ich der L^idm meiner Väter nicht mehr erwähnen" (Psalm 137, k), wenn ich nicht stets in den Kelch meiner Freude einen Tropfen Wemuth mischen sollte aus dem Wermuthsbecher Israels! — Und Männer aus Israel, die lediglich dem Mammonsdienste nachgeben und vergessen des großen und heiligen Schatzes, den Gre Vorfahren unter solchen Leiden gehütet; und Jünglinge in Israel, die nur dem Vergnügen und der Sinnenlust fröhnenunb vergessen des unveräußerlichen Berufes, welcher sich forterbt vom Bater auf den Sohn, zu sein Genossen eines Reiches von Priestern deS einzigen Gottes; und Frauen und Jungfrauen in Israel, die nur den Eitelkeiten der Welt huldigen und vergessen der heiligen Aufgabe des jüdischen Weibes, m sein ein »kscckelk ekHi!«, ein Heldenweib in Wahrung und Vertheidigung des religiösen Lebens, «enn auch die Männer wanken und schwanken: o einen Verrath Hegehen sie alle, wie die Weltgeschichte keinen zweiten aufzuweisen, einen Verrath, der so groß ist in seiner Verwerflichkeit als die Leidensgeschichte Israels groß ist in ihrer Herrlichkeit! — Wie? so viel Kämpfesollen umsonst gekämpft? so viel Leiden sollen umsonst erduldet? so viel Thränen und Blut sollen umsonst vergossen sein? Deßhalb sollen eure Väter Jahrtausende gelitten und gerungen haben, daß ihr am Ende wieder tanzet um das goldene Kalb, und unser LebenSstrom in der Oede des Unglaubens versande, wie er einst in der Wüste des Aberglaubens zu verglühen drohete?-— Nein! nein! — Das kann, das darf nicht sein! — Wir alle, Lehrer deS göttlichen Wortes, würden mit unserem erhabenen Vorbilde m der Wüste ausrufen vor Gott: „tilg' uns aus dem Buche des Lebens, wenn es so kommen soll!" — Nein, so kann es nicht kommen! — Piertausend Jahre zeugen wider euch — so kann es nicht enden! — s Das habt:h? gefühlt, Israeliten und Israelitinnen dieser Gemeinde! Und wie si-."dort in der Wüste, nachdem der Abfall m Israel gewüthtet, bei der Erbauung der Stistshütte Alle wieder zusammen traten, und Männer und Frauen wetteiferten, den Frevel W . sühnen und^en erneuerten Glaub^nseifer zu bewähren: so war in unserer Gemeinde das religiöse Leben tief gesunken und der Abfall breitete seine finsteren ^Schwingen über die Heerde Israels — aber als der heilige Ruf durchs Lager ging: „gründet dem Herrn em würdiges Haus", da erwachte mit einem Male em neuer Geist, und unsere Frauen begannen den Reigen, indesl ße für die Gründung des Gottesbauses ibre Stimme geltend machten und fie schlössen dm Reigen, indem sie für die innere Ausschmückung

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