Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3 (März 1860)
- Date
- 1860-03-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Zeiche« der Gegenwart. Sg Bangigkeit zu ersticken, ihre eignen Hoffnungen aufzugeben,-ihren! Zweifeln Schweigen m gebietm verstehen, worin nur feige Seelen! und erschöpfte! Epochen stecken bleiben. Was soll da Belohnung, wo das Werk so schön ist, daß es in sich selbst die Verheißungen! des Unendlichen einschließt?" »Drei Jahrtausende sind nunmehr verflossen, seitdem die - Weisen Edoms dies Problem erörtert haben, und LroK allen j Fortschrittes der philosophischen Methode, kann man nicht sagen, i daß man in der Lösung dieses Problems um einen einzigen Schritt! weiter gerückt sei. Vvm Gesichtspunkte der Strafen und Beloh-! nunaen des Individuums wird unsre Welt ein Gegenstand, ewiger Streitigkeit sein, und Gott wird immer eindringliche Zurechtweisungen sZemevtis) den ungeschickten Rechtfertigen ertheiken, welche! die Vorsehung auf dieser verzweifelten Grundlage zu vertreten! entschlossen sind." Wir haben dieser großartigen Auffassung der Messiaslehre und Rechtfertigung Israels durch den gelehrten Hrn. Renan nichts hinzuzufügen, als eine tiefgefühlte Anerkennung, und gleichzeitig eine noch tiefere Beschämung, über die eben so unerwartete, als unverdiente Belobung durch diesen schätzenswert.hen Mann. Denn während seine japetitischen (indogermanischen) Stammgenossen uns großes Unrecht angetkan, indem sie uns mit Schmach überhäuft haben, thut dieser Gelehrte uns von der entgegengesetzten Seite eben so großes Unrecht mit seinem übertriebenen Lobe. Dies Lob eines Freundes wollen wir deshalb nur gleich ablehnen, damit es uns nicht größeren Schaden zufüge, als aller Unglimpf, und alle Verfolgung unserer Feinde. Im Grunde konnte der Abkömmling des zweiten Sohnes Noah's, Japhet, nur von einer kleinen Nomadensorte des ersten, Sem's, nur von dem Geschlechte Abrahams, die providentielle Mission, die er in diesem Stamme entdeckt und anerkannt hat, aussagen. Was er als die eingeborne Mission des semitischen Menschenstammes erkannt haben will, ist im Grunde doch nur die, eines kleinen, winzigen Bruchtheiles desselben, jenes alten unscheinbaren Allerweltfchulmeisters, des armen und geplagten Knechtes Gottes. Freilich ist in diesem Knechte jener hohe messianische Gottesgedanke des Himmelreiches bis heute lebendig erhalten, aber nur, weil er im Dienste Gottes steht'; weil sein Mandatar eS ihm auferlegt, emgepropst hat. AuS sich selbst hat er das nicht! Konnte er es nicht haben! Hat kein Volk in der Welt, auch das begabteste, es nicht haben können! Der Unterschullehrer hat es von seinen Oberen, und dieser es einzig von dem Obersten, seinem Meister und Sender empfangen. Wenn ihm was zu Gute konnnen könnte, so wäre dies höchstens die dubiöse Eigenschaft, die> ihm mehr