Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3 (März 1860)
- Date
- 1860-03-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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SnHe» -det Getze«wnl. »7 Verbrechen werden an seinen Kindern beimgesucht^). Räch patriarchalischen Vorstellungen von der Solidarität des Stammes richtet sich der Verfasser nicht." (Der Strafmodus der heiligen Schrift ist übrigens der allgemeinen Völker-und Patriarchenanschauung schnurgrade entgegengesetzt. „Ein Jeder stirbt für se^ine Sünde" und „die Kinder werden nMtge^straft für die Sünden der Väter" —^OevLervL XXIV., 57. Nach diesem acht mosaischen Gesetze verfuhr ausdrücklich der fromme König Aoas: „wie geschrieben steht im Gesehe Moses: die Kinder sollen nicht sterben um die Mifsethat der Väter. Jeder stirbt für seine eigne Nnthat. Er ließ nur die Mörder seines Vaters > nicht aber deren Kinder, bestrafen. Dasselbe lehrten Jeremijah e. XXXI., 29 und HeseNel ausführlichst im 6sp. III. — Weßhalb — ftage ich — werden diese so Karen Gesetze immerfort überschaut?) . . : . „Zu Zeiten scheint Hiob den Schleier künftiger Glaudensanschauungen zu lüften; er hofft, daß Gott ihm in der Unterwelt einen besonderen Raum schaffen werde, vis er m's Leben zmüukehrt; er weiß, daß er gerächt werden wird. Er erklärt, daß sein Skelett (?) Gott sehen werde <>d. XXXIV; I.XXII. selon!a Vulssats?roverd. XXIX. 19 S.) Wmn der geschätzte Her? Verf. in seinem 5 „Er weiß, daß er gerächt werde" auf das hebräische Wort Goöl ('TPI' ^1 'N^O. XIX, 25) hinweißt, so haben wir gegen ihn zu bemerken, daß jenes Wort eine edlere und umfassendere, auf damalige Sitte bezügliche Bedeutung habe^ in welcher die der Blutrache nur einen Theil einnimmt. Es hat zunächst den Sinn des Erlösers, des Loskäufers, und diese involvirten die der Blutrache, welcher gerade das mosaische Gesetzbuch zu steuern sucht. Wenn sich aber der Herr Renan durch die Vulgata in seiner Nebersetzung leiteu läßt, so möchten wir ihn davor wohlmeinend gewarnt haben. Diese übersetzt auch das Wort Leaes II., 6, -'-^- ' - . / V'i 1?!l Diese überall verbreitete Vorstellung der SttaWene'im' A. T^/ist grundfalsch, und vermutlich aus derselben Quelle emftanden, aus welcher dlenicht minder falsche, dein A. T. untergkscbobene Lehre: „Und den Feind sollst du hassen" in der Bergpredigt, Math..V. 43, über die wir an emem andern Orte geredet haben. Gegenwärtig handelt es sich um den alten ^trafcoder, demgemäß, wie auch Renan meint, eine Solidarität der Verantwortlichkeit im A. T. gegolten habe, nach der bekannten Skl??? h»x ds heimsucht die Sünden de? Vsts^ sn Kinder^ Kindeskindern, bis ins vierte Geschlecht. Was hat es dann veranlaßt, daß man dem Schlußsatz „an meinen Ha ssern" übersehen.hat, ea doch auf ihn das volle Gewickt fallt, nämlich .,bis ins vierte Glied lolcher, die Gvtt hassen" also in den Sünden der Ellern fortfahren?!