Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 3 (März 1860)
- Date
- 1860-03-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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82 Das Gebetbuch gliedern beauftragte, bestehend aus den Herren Rabbinern: vrr. Adler zu Al;ey', jetzt in New-York, Aub zu Main,, F ärmste ch er zu Offenbach, Levi zu Gießen, Präger zu Mannheim, Süskind zu Wiesbaden und dem Unterzeichneten als Vorsitzen den. Dieser Ausschuß hat einem von mir ausgearbeiteten Plane, welcher Läuterung des Gottesdienstes bei möglichster Schonung des Bestehenden zum Ziele hätte, in vielen Berathungen allen Eifer und alle Aufmerksamkeit zugewendet; die bezügliche Vorlage wurde sodann auf Kosten des hiesigen Gemeinde-Vorstandes als Manuscript gedruckt und den Conferenz-Mitgliedern zugesendet, worauf die dritte Rabbiner-Conferenz dahier (l9.—22. Oct. Z857. Volks!. Jahrg. Vll. lithurg. Beil. S. 91) obigem Plan unter weiteren Modificationen ihre Zusümmung ertheilte. Derselbe ging hierauf an den hiesigen Gemeinde-Vorstand, welcher eine neue liturgische Kommission aus Mannern von nüaneirten Ansichten zusammengesetzt/die aber alle mit dem Geiste des Judenthmns und semer Religionsweise vertraut sind, ernannte, um dadurch in rückßchtsvoller Meise das Recht der Gemeinde bei allen einzuführenden V^ Diese Commission bestand aus folgenden verehrten Männern: Herrn Dr. Jakob Weil als Vorsitzenden, dann den Herren: I. S. Adler, Vr. Jakob Auerbach, Jakob Bechhold, Leopold Beer, vr. Michael Heß*) und Professor Moritz Oppenheim. Auch diese Com- Mission hat im Jahre l 858 den Gegenstand mit aller Hingebung einer gewissenhaften Prüfung unterzogen, dann ihre Vorschlage und Bedenken dem Unterzeichneten mitgetheilt und es ist gelungen, unter wechselseitigen Zugeständnissen über die meisten Puncte eine Einigung der Ansichten zu erzielen; über die differirenden Meinungen hat die Gemeinde-Verwaltung zuletzt im Sinne der möglichsten Conservation der alten Formen entschieden und werden wir auf diese Puncte in besonderen Abhandlungen in d. Bl. zurückkommen. Die Beschlüsse der Rabbiner-Conferenz haben dadurch einige Abänderung erfahren, doch sind die zu Gießen festgestellten Grundsatze, die mit denen, welche im Jahr 1845 dahier die zweiteRabbiner-Versammlung feststellte, übereinstimmten, unangetastet geblieben. — ^) Tiefschmerzlich ist es für uns, diesen ehrwürdigen, greisen Lehrer, welcher der liturgischen Angelegenheit, sowie dem Neubau unserer Synagoge üwhauvt, eine so unermüdliche und rege Theilnahme gewidmet hatte, uns sä kür; vor der Vollendung, dieses Buches und der Einweihung unseres Gotteshauses durch den Tod entrissen zu sehen. Zur Ehre seines Namens und all rühmliche« Nachrus wollen wir es verzeichnen, daß er sich in der liturgische» tz5m.misfioa ohne Furcht und Rückhalt für den Grundsatz möglichster Si»-' hLit im Gott^sdienst stets entschieden ausgesprochen hat. —