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Der israelitische Volkslehrer · 1851-06-01 · Heft 6 (Juni 1851) · page 22

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 6 (Juni 1851)
Date
1851-06-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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IRI
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Gedächtuißrede am Grabe Zohlson's. Knospe künstige reiche Blüthe und Frucht verhieß. Er stand da im Alter von sechs und dreißig Jahren, leiblich und geistig eine iugendftische Gekalt. Bald erschien sein Religionsbuch", (rnn 'VNV HM' M7tt); unstreitig, was die Fülle des Stoffes und anregender Gedanken betrifft, daS Beste, waS bis jetzt auf diesem Gebiete unter uns geleistet wurde. Freisinnig, und dabei doch mit schonender Sorgfalt an daS Bestehende möglichst anlehnend, hat jenes Buch Israeliten und Nichtisraeliten zur Würdigung und zum Verständnisse des Judenthums geführt, und wir find dafür dem Buche und seinem frommen Verfasser ewig Dank schuldig. In gleicher Weise anregend, aufklärend und umgestaltend wirkte sein deutsches Gesangbuch Wenn dieses auch, bei dem Mangel an entsprechenden Kräften unter den damaligen Israeliten, weniger Ursprünglichkeit besitzt, als das erstgenannte Werk, so kann doch auch ihm eine tiefe Einwirkung auf die Bessergestaltung namentlich unserer gottesdienstlichen Zustände nicht abgesprochen werden. Durch wiederholte Auflagen in vielen taufenden von Exemplaren verbreitet, trug das Buch ungemein viel zur Läuterung und Veredlung der religiösen Gefühle bei und half den fast undurchdringlichen Urwald der Geschmack^ losigkeit auf dem Gebiete des Synagogengesanges lichten, indem es den Israeliten Sinn für das deutsche Synagogenlied und regelmäßigen Gesang im Gotteshause beibrachte. Wenn wir daher dem großen Mendelsohn nichts Größeres nachrühmen können, als daß er seine deutschen Glaubensbrüder deutsch sprechen lehrte, so ist eS ein dauernder Nachruhm JohlsehnS, daß er seine Brüder im Gotteshause deutsch singen lehrte, und wieder sind wir und die Synagoge ibm und seinem Buche zu bleibendem Danke verpflichtet. Es gilt dieß namentlich von unserer Gemeinde, wo daS Gesangbuch noch von besonderer Bedeutung wnrde, indem dasselbe eine vorzügliche Quelle der Andacht bei der alljabbathlichen Erbaungsstunde eröffnete, die in jenen Tagen, wo sich die Synagoge den Ideen der Zeit noch unnahbar verschloß, so viel Gutes bewirkte, welche Johl söhn mit begründete, und bei welcher er als Prediger mit angestellt war. Ausser an den genannten Werken arbeitete er dann noch rüstig auf dem Felde der hebräischen Sprachwissenschaft, und leine Sprachlehre, sein Wörterbuch, seine biblische Geschichte m hebräischer Sprache NN>.W, seine Übersetzung der Thora, der früheren und kleineren Propheten, sowie sonstige Schriften geben ein sprechendes Zeugniß von seinem umrmudllchen Fleiße, von der Klarheit und Gewandtheit seines Geiste», von seinem lichtvollen Streben und seinem derben Frei-

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