Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 6 (Juni 1851)
- Date
- 1851-06-01
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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^zg Die Iahnvöchen bes Lebens. / Schlußrede. . Und also, mit dem Segen Gottes und den Segnungen euerer Eltern Versehen, tretet muthig und getrost den Weg des Lebens an , und rüstet euch, in die Jahre der Kraft rüstig und kräftig hineinzuschreiten, rüstig und kräftig und mit selbstbewußtem Sinne drinnen zu wirken. Fünfzig solcher Jahre liegen vor euch, ein halbes Jahrhundert, ein ganzes Menschenalter — ehe wir's durchlebt, welch' eine lange, lange Zeit! Aber unter Zählen und Rechnen, und Sehnen und Wünschen, gehen die Jahre so schnell, so gar schnelle vorüber, wie die Tage alljährlich so schnell verstreichen zwischen den beiden Festen, und es ist uns am Sure. alS wären sie, als wären wir selbst nicht dagewesen! Und dennoch ist ein Jahrfünfzkg eine so große, bedeutungsvolle Zeit! Wie viel Gutes läßt sich drinn lernen! wie viel Gutes wirken' ja, wie viel Gutes genießen, nvemr^esnMGot^, wenn es im rechten Maße geschieht! — Darum beherziget auch ihr, daß die Israeliten ehemals von der nenen Frucht nicht genießen dursten, bevor das „Omer" Gott geweihet war. Und so bei allen neueren Genüssen, namentlich in der bevorstehenden Jugend, o denket an Gott! Fraget euch bei jedem Lebensgenüsse, ob dieser die Prüfung des Denkens an Gott aushakte, und bei welcher Freude ibr nicht mit gutem Gewissen an Gott denken könnet, ihr nicht "^en^WMgm^um Zeugen anzurufen waget, verwerfet solche Freude, denn ihr Ende ist Traurigkeit! Also habt euch selbst im Auge, damit alle Jahrwochen eures Lebens, nach dem Ausdrucke unseres Textes, vollkommen seien, n^'nn Nlv'QN. damit ihr am Ende jeder Jahrwoche mit so reinem Gewissen auf die vollendete Lebensstrecke zurück blicken könnet, wie ihr heute, von dieser erhabenen Stunde aus, auf die einleitenden Jabrwochen der unschuldigen Kindheit mit freudigen Gefühlen zurück schauet. Ihr werdet viele Stunden und Tage zählen, bis wieder eine so große, bedeutungsvolle Stunde kommt, wie die eben vollendete. O bewahret ihren Eindruck heilig in euch, daß diese Stunde selbst wie ein „Omer" geläuterter und geheiligter Lebenszeit im Innern eures Herzens unauslöschlich verbleibe, ein ewiges Erinnerungszeichen für euch, ihr Söhne Israels, daß ihr im Leben draussen rein und sittlichgut bleibet, gerüstet durch Gott gegen die Verführung; ein unvergängliches Andenken für euch, ihr Töchter Israels, daß ihr drinnen im Hause aufblühen möget vor Gott in allem Guten, beschirmt durch die Religion vor Neid, Stolz, Eitelkeit, Gefallsucht und allen anderen Fehlern, welche sich oft in die Blume des weiblichen Gemüthes unvermerkt einnisten. Gott sei mit euch, meine Kinder, wie ihr sein möget mit ihm! — Und auch euch, th. Z.. sei diese heilige Stunde zum segenS-