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Der israelitische Volkslehrer · 1851-05-01 · Heft 5 (Mai 1851) · page 9

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 5 (Mai 1851)
Date
1851-05-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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ein Lehrer der Religion. 105 sich uns die Milde und Güte Gottes als im Frühlinge. Wann der Winter seine Stürme brausen läßt, da denken wir: „auch der Stunn ist nöthig, bevor die Welt erneuert wird!" Wann im Sommer die Sonne ihre versengenden Strahlen sendet, da denken wir: «nur unter Mühen zeitigen die Früchte dieser Erde."' Aber im Frühlinge, da bedarf die himmlische Liebe keiner Auslegung; unmittelbar offenbart sie sich uns, wie sie ist; sie ruft dem Menschen zu: 1'2S '2D ^2 'IN ich lasse alle meine Güte an dir vorüberziehen (2 B. M. 33,18). Und es zieht der Geist Gottes an unserem Angesichte vorüber und ruft uns zu: 7,)M Oirn "Gott ist die ewige Güte! allmächtig, barmherzig und gnädig! und die feiernde Natur stimmt an ihren Lobgesang: NZN ^^v' " Der Herr regiert immer und ewig! — Und wenn wir sie also vor unS sehen die entzückend schöne Welt; wenn wir von der Höhe m'edcrblicken auf all den Liebesreichthum, welchen Gott über die Natur ausgebreitet; wenn wir andachtsvoll Theil nehmen an der Freude, mit welcher der ewige Freund des Welltalls die verjüngte Erde betrachtet, N*?2 jNN wiederBrän - tigam sich freuet der Braut: da erwacht in unserm eigenen Herzen der allentznndende Funke der Liebe und Hingebung; wir breiten die Arme weit aus, um Alles, was da lebt, an unser Herz zu schließen; unser Bund mit der Erde, die uns nicht wie ein Jammerthal vorkommt, unser Bund mit der Menschheit, die uns nicht als von Gott verworfen erscheint, erneuert sich in so heiliger Zeit; wir fühlen uns als Kinder Gottes, weil wir vom Munde des Frühlings, unseres ReligionslehrerS, daS heilige Wort der Liebe gekostet haben. — Solche Gesinnungen nimm im Frühling in dich auf, und beherzige, was dieser himmlische Lehrer dir zuruft. Und daS ganze Jahr hindurch, immer nur dir lebend, voll unseliger Selbstsucht, bald eisigen Winter in dir habend, von Neid und Haß erkältet, bald glühenden Sommer fühlend, von Mühe und Sorgen erhitzt: o geh' doch einmal aus dir selbst heraus! gib dich der Welt in Liebe hin! Hab' Frühling! Und den Feind deiner eigenen Ruhe, den Feind deiner Mitmenschen, den geldbe-

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