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Der israelitische Volkslehrer · 1851-05-01 · Heft 5 (Mai 1851) · page 3

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
1 (1851)
Issue
Heft 5 (Mai 1851)
Date
1851-05-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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ein Lehrer der Religion. 99 gierde trinken und in Lobgesang ausbrechen. Wer ist dieser göttliche Lehrer? Niemand anders als der Frühling selbst! Der Frühling als Religionslehrer ist mir in seiner ganzen Herrlichkeit erschienen, und was er mir kund gethan, das will ich mit Gott in dieser Stunde euch mittheilen! Wahrend ich nun die begeisterten Worte, welche der Frühling mir vertraut, anreihen will an jenes begeisterte Lied, welches einst unsere Väter, das Herz voll Frühling und voll Freihett anstimmten am jenseitigen Ufer des Meeres, so seien es doch vorzüglich die wenigen aber großen Worte, womit jener erhabene Freiheitssang schließt, die wir unserer Festbetrachtung zu Grunde legen wollen. Sie befinden sich im 2. B. M. 15, 18. und lauten: Der Herr regieret immer und ewig! Und wie sie damals sangen ein Lied, befreit vom Drucke der Knechtschaft, also, befreit von des Winters Druck und Zwange, stimmt im Frühlinge die ganze Natur einen hellen Gesang an, und aus dem reingestimmten, die blühende Welt mit gottentflammtem Gefühle umfangenden Menschenherzen ertönt der jauchzende Ruf: 1^1 O^P*? ^12' "Die ewige Güte waltet von Jahr zu Jahr, sie ist neu mit jedem Morgen! — So erscheint uns „der Frühling als Lehrer der Religion:" er lehrt uns Gott erkennen; er fordert uns auf zur Läuterung unserer Natur; er heißt uns die Welt mit Liebe umfassen — und das ist ja Religion! Religion ist die Aeolsharse, die zwischen Himmel und Erde steht, und wenn der Frühlingsbauch durch ihre göttlichen Saiten weht, da erklingen die heiligen Töne, welche mit süßem Schauer die Brust durchzittern, und Gott, Welt und Menschenherz, das ist der harmonische Dreiklang, in welchen die Meisterin Religion alle Mißtöne der Welt beseligend löset. —!0»

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