Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1851)
- Date
- 1851-05-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3129675-3129676-3129682--0108-3130247- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
S8 Der Frühling türlich und einfach. Der Weife vergleicht nämlich den Druck mit dem Winter und die Erlösung mit dem Frühling. Als nun die Israeliten sich nach der Freiheit sehnten, da wies sie der Erlöser auf den rings aufblühenden Frühling hin und sprach: der die Bande der gefesselten Natur löst, der löset auch die Bande der geknechteten Menschheit. Alsbald entblösten die Frommen ihr Haupt, das verhüllt war, wie es heißt: „die Sprößlinge zeigen sich am Boden!" Wie nämlich das Knöspchen das Haupt bedeckt hat, das der Hauch des Frühlings frei macht, so erbeitert der Freiheit Hauch das verhüllte Haupt des um seine Nation trauernden Frommen. — Also steht die Zeit des Frühlings mit der „Zeit unserer Befreiung" in tiefinniger Beziehung; wie es auch an einer andern Stelle des Wära3ek heißt (^salZcut 220 ): VlN2 ll^N^ OI'N „Heute ziehet ihr aus im Aehrenmonate," dNNV VNN in einem Monate, der geeignet für euch, wo NVZ? NON .O2^? Sonnengwch nicht lästig, und Regenschauer V'QVI nicht lä5ig find. — Die Winterstürme vorbei, die Sommerhitze noch nicht da! Welch eine herrliche, bedeutungsvolle Stelle ist auch diese! Der Frühling war passend, daß Israel an ihm erlöst ward. Die Regenschauer der Knechtschaft waren vorüber, die Sonnengluth seines prüfungsvollen Berufslebens brannte noch nicht heiß auf seinen Rücken, da jauchzte das Volk in den Frühling, in die Freiheit hinein, dem Berufe entgegen, zu Gott empor! Und die Gemüther waren frei und rein, zu vernehmen die Motte des lebendigen Gottes! — Und so frei untrem ist das Gemüch immer im Früßlinge, die Offenbarung des Ewigen in der Natur zu verstehen und zu beherzigen. Folget mir daher im Geiste hinaus in vie freie Natur, in die wundewolle Gotteswohnung, wo die Majestät des Herrn thront auf erhabenem, mit azurnem Teppiche geschmückten Himmelsthrone, dessen Säume berühren die grüne Erde. Folget mir dahin, und vernehmt mit mir die Lehren aus dem Munde nneS göttlichen Lehrers, dem die Worte wie Honigsüß von den «tppen fließen, daß selbst die Vögel deS Himmels sie mit Be-