Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 4 (April 1851)
- Date
- 1851-04-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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«2 Die drei Worte. ekne Quelle der KraA des Trostes und der Ermunterung öffnet dir das heutige Fest — - Erinnerung! ist sein dritter Mahnruf. ,v'!v1d« TN ll^v "Das bittere Kraut, das wir genie. VN? MV ^7j? ßen, warum geschieht Dieses? es geschieht, *71 1"NVV weil die Aegypter das Leben unserer Väter D^AVI verbittert haben in Aegypten." Wenn daher die Israeliten verzagen und im Fortschreiten auf ihrer dornenvollen Bahn ermüden wollten, der Gedanke an Aegyptens unvergleichlichen Sklavendruck sollte sie immer zu Geduld und Ausdauer ermnthigen, indem sie sich sagten: Gott hat ila unsere Väter aus noch schlimmeren Zuständen gnadenvoll befreiet! Denn Sklaven, Sklaven waren die Israeliten nur Ein Mal! Der Gefangene in Babylon und der Kammerknecht des deutschen Reiches waren sehr unglückliche Menschen, aber als Herren ihrer Person und ihrer Arbeit standen sie doch weit über dem Frohnknechte Aegyptens. Deßhalb stellte der Herr den furchtbarsten Druck an den Anfang der Geschichte Israels, damit der Blick aus trauriger Gegenwart in noch traurigere Vergangenheit zum Voranschreiten in bessere Zukunft ermuntern sollte. Am Pesachfeste um Jahrtausende kehrte der Jsraelite im Geiste zurück, damit durch die Erinnerung an Aegypten der Glaube an den Fortschritt der Zeiten in ihm erneuert würde. Denn der in der Pesachnacht auf seinem Lehnbette Thronende — er war ja eüt König gegen seinen ziegelbrennenden Vater in Mizrajim, und so gab dieses Fest den Israeliten alljährlich neue Kraft und Opfermuth, indem es ihnen zurief: denkt an Aegypten! Und also, Religkonsgenossen, Mitbürger, Mitmenschen, also wollen auch wir nicht verzagen an der Neligionsgemeinde, am Vaterlande, an der Menschheit, mögen die schmerzlichen Gefühle, welche die Gegenwart uns zu kosten gibt, noch so bittere Kräuter sein! Auf einige Jahre nicht, auf Jahrzehnte nicht, — auf Jahrhunderte wollen wir zurückkehren im festlich gehobenen Geiste,