Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 3 (März 1851)
- Date
- 1851-03-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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RI. Gottesdienstliches. Sie Vottrsvienstordnung m der Hauptsynagoge zu Frankfurt aM. - . (Fortsetzung.) ' - ' ."^ '^'^ Wir kommen zu dem Morgengottesdienste der Sabbath¬ und Festtage. In diesem Gottesdienste haben die Gebete, nachdem im Laufe des vergangenen Jahrtausends unser Cultus in jene traurige, verdüsternde Zeit eingetreten war, welche das lichtspendende Wort der allsabbathlichen Schrifterklärung gänzlich erstickte, so sehr sich angehäuft, daß mit dem Wiedereinpflanzen der ursprünglich auf dem Boden der Synagoge erwach« senen Predigt der Raum für diese, sowie überhaupt für den eine längere Zeit in Anspruch nehmenden geordneten Vortrag der Gebete nothwendig durch Beseitigung vieler solcher Bestandtheile geschafft werden mußte, welche die bisherige religiöse Observanz nicht für unumgänglich nöthig erklärt hat. Wir dürfen es nämlich mit Fug und Recht behaupten, ohne einen Widerspruch befürchten zu müssen, daß die betreffende Gebetordnung, wie sie hier in dieser Auseinandersetzung erscheint, sich so sehr dem Bestehenden anschließt, daß auch der orthodore Jsraelite ihr sich fügen dürfte, und dabei den Anforderungen des Talmuds bei seiner Gebetpflicht vollkommen Genüge geleistet haben würde. Wir beabsichtigen daher durch diese Mittheilungen zugleich den klaren Beweis zu liefern, wie versöhnlich fortwährend unser Streben war, und wie Alles, was in dieser Beziehung gegen uns vorgebracht wurde, nur in der unnachsichtigen Beurtheilung unserer Brüder, die dem Hergebrachten huldigen, seinen Grund habe. — Nach einem gewöhnlichen ^Kiääur^ betet der Jsraelite an einem gewöhnlichen Sabbathe 60, sage sechzig Seiten hebräischer Gebete, Thoravorlesung und Haftara und viele ermüdende Wiederholungen gar nicht nu't eingerechnet. Ist es nun möglich, daß dieß mit Andacht, ja, daß es nur mit einiger Ordnung geschehe? Nein, es ist sicher die jämmerlichste Gedankenlosigkeit, die je bei einem Gottesdienste vorgekommen, und Israel, das so stolz darauf sein darf, den „Gott der Geister" (Lloke karuedotk) der Menschheit verkündigt zu haben, es widmet zur Zeit noch in den meisten Synagogen dem höchsten Geiste den geistlosesten Dienst, und von den meisten seiner Cultformen und Formeln gilt des Propheten Wort: der Geist fehlt in ihnen lWrZ sN MIV. Denn die Masse der Gebete ist in Andacht unmöglich zu bewältigen, es sind daher nicht mehr Worte, die aus