Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 1 (1851)
- Issue
- Heft 3 (März 1851)
- Date
- 1851-03-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Fest ' . I- ' - " ' Gott hat «nS verschont! Durch dieses Wort wirkt das heutige Fest schon auf jeden Einzelnen von uns anregend durch Erinnerung und Ermahnung. 1. Durch Erinnerung. — Ich habe beim Anfang unserer Festesbetrachtung eueren Blick auf die Natur gelenkt. „Der Winter ist hin, der Regen zieht fort; die Sprossen erscheinen am Boden, die Zeit des Gesanges ist da."'(Hohesl. 2, N —12.) Inder Erinnerung^der stürmischen Jahreszeit wird uns der Frühling doppelt lieb. Gott hat uns verschont im Winter! Dieses Wort erweckt am Frühlingsfeste unsere Herzen zu freudigem Lobgesang.— Gott hat mich verschont, ruft im Lenze voll Hoffnung der Kranke aus; 'N'2 Ntt „das Haus meiner Seele hat Gott vor Einsturz bewahrt!" Da öffnet er das Fenster in seiner Krankenstube, des Frühlings belebender Hauch zieht herein, freier hebt sich die kranke Brust. Und heute steht er wieder bei uns in diesem Sammelhause unserer Lebenden, froh stimmt er in unseren Festgesanq, in unser herrliches Hallelgebet ein, und spricht mit uns*): ÄLLk Des Todes Bande hatten mich umgeben, DeS Grabes Angst war mir begegnet. Auf Noch und Jammer stieß ich; Da rief ich an des Ew'gen Namen: Ew'ger, rette meine Seele!" Allgnädig ist der Ew'ge und gerecht. Und unser Gott ist ein Erbarmer!" — Gott hat mich verschont, ruft heute neugestärkt der Greis auS; NU »mein hinfälliges Haus hat Gott kndeS WinterS Sturm gerettet!" Wieder hat er den Frühling erlebt, die verjüngende Zeit, und sein Sohn geleitet ihn in's Freie, daß er sich labe an der Herrlichkeit Gottes, der er- *) Alle folgenden, in VerSform in diese Predigt verwebten Schriftstellen sind aus dem Psalmen 113 bis 118, dem Hallet, entnommen und dem Sy- «agogevbesucher als der schönsten Theil des Festgottesdienstes wohlbekannt.