Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- – (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3129675-3129731-3129733--3002-3130158- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Kemi?ei vo» Oppel. zz mit Aufschriften versehenen Denkmals bei Rosette (dtr Stein befindet sich dermalen in dem britischen Museum zu London) der Entzifferung der altägytischen Schrift auf die Spur kam. Die hierdurch auf's Neue angeregte Forschung auf diesem rathselhaften Gebiete wurde durch Männer wie Spohn, Seyf- _faltH u. bedeutend erweitert. Insbesondere aber war es der für die Wissenschaft zu früh verstorbene Professor Roth zu Heidelberg, durch welchen der Nebel, der bereits über zwei Jahrhunderte auf den altagyptischen Lebensverhältnissen und Lebensanschauungen lagerte/sich allmahlig zu zerstreuen ansingv Namentlich wurde durch ihn der Einblick in die ägyptische Glaubenslehre eröffnet, indem er, unterstützt durch die umfassendste Kenntniß der orientalischen Sprachen, vermittelst scharfsinniger Untersuchungen zu dem Resultate gelangte, daß die ältesten und höchsten Götter der Aeavvter alle kosmischer Natur sind und sich als Bestandtheile deS Weltganzen und als die in demselben wirkenden Kräfte darstellen,, und daß die später als heilig verehrten Thiere ursprünglich nichts als ganz äußerliche Formen und Zeichen dieser Götterverehrung waren. Zugleich wurde von ihm nachgewiesen, wie durch Vermittlung der Phönizier (bereu Herrscher von den Aegyptern Hiksoß, d. h. Hirtenkönige, genannt wurden), die in das nördliche Aegypten eingebrochen waren, daselbst ungefähr 500 Jahre - herrschten und dann vertrieben, sich an den Küsten und auf den Inseln des Mittelmeeres niederließen und selbst bis nach Etrurien (das heutige Toskana) hin sich ausbreiteten, ägyptische Kultur und Glaubensanschauung sich überallhin verbreitete, i Daß diese Forschungen auch für das Verständnis unserer heiligen Schrift, die so oft Aegyptens erwähnt, von hoher Bedeutsamkeit sind; so wie auch umgekehrt so manche Erscheinungen in dem neu erschlossenen ägyptischen Küliurseben dmch einzelne gelegentliche Notizen in unserer h. Schrift ihre Erklärung finden, ist leicht ersichtlich. Wir benutzen diese Gelegenheit, um eine allerdings noch der nähern Begründung bedürftige Vermuthung auszusprechen: - Die Erscheinung, daß Joseph als ein Fremdling in dem in so schroffer Weise in Stände gegliederten Aegypten zur höchsten StaatSwürde gelangte, wird bei weitem weniger befremden^ wenn zu jener Zeit d?e Hiksoß, d. h. die oben erwähnten Phönizier, die DeHerrscher des Landes waren. Nehmen wir dann weiter an, daß während des Aufenthaltes der Israeliten in Aegypten die Hiksoß Vertrieben wurden und die Aegypter die Herrschaft wieder antraten, so erhält die Stelle 2 Mos. 1, 7. TS erstand ein neuer König über Mizrajim, der von