Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 8 (1859)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1859)
- Date
- 1859-01-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3129675-3129743-3129744--2641-3130121- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
SeffnylLHe Stmrme m Rußland zu Gunstm .de? Zuden. 7 Ausbruch eines Krieges war ihnen in dieser Beziehung erwünscht, weil, wie sie sagten, Vie Zeitungsschreiber alsdann anderweitig bqchäftigt waren und sie selbst in Ruhe ließen. Dies ist. nun anders geworden. WaS früher die Regel war, das erscheint jetzt bloS noch hie und da. alSl Ausnahme. Nur selten begegnet mau in öffentlichen Blättern einem gehässigen Angriffe auf unser bürgerliches und religiöses Leben, dagegen erheben sich immer mehr Stimmen zur Vertheivigung unsere gekränkten Rechtes, zur Abwehr der uns zugefügten Unbilden. Dieser Umschwung der öffentlichen Meinung mag hauptsächlich in> zwei Ursachen seine Erklärung finden. Einmal hat die Humanität, die ächte Humanität, welche den Ausspruch des römischen Dichters: „komo sura, vLKU kumäni 5 ms aliMum puto" 5) auf ihre Fahne schreibt und es als ihre Aufgabe erkennt, der Sache der Unterdrückten in jeder Sphäre des Lebens sich , anzunehnzen, unverkennbare Fortschritte gemacht. Man ist ppn christlicher Seite zu der Einsicht gelaugt, daß gegen die Juden auf vielfache unverantwortliche Weise gesündigt worden ist, und daß die Gegenwart und Zukunft die von der Vergangenheit an uns ' verübte schreiende Ungerechtigkeit zu sühnen h^^ Andererseits ist aber auch die Erscheinung des Juden mky seine Stellung im bürgerlichen Leben eine ganz andere geworden als sie z. B. noch vor fünfzig Jahren war; sie bietet nicht allein weit weniger Gelegenheit und Veranlassung dar. zu den gehässigen Angriffen früherer Zeiten, sondern sie ist, wenn auch nicht durchgängig doch größtentheils von der Art » daß sie selbst den Gegnern Achtyng einflößt und den Hohn und ven Spott dem sie früher so reichliche - Nahrung darbyh zum schweigen bringt. Höchst erfteulich ist es, daß jene beiden Ursachen selbst da, wo sie bis vor Kllrzem noch ganz unwirksam zu sein schienen, gleichfalls ihre Wirksamkeit zu äußern beginnen. Auch iu Rußland werden seit dem Regierungsantritte des jetzigen Kaiser»; der es sich zur Aufgabe gemacht zu haben scheint, Bildung und Humanität im Umfange seines weiten Reiches zu verbreiten, —-—'—-—?^' -.-^ V Itt^ -5-).-.'5lu.-;^! - ^) »Ich län «ln^ Mersch, , und nichts Menschliches bleibt mir ftme.^