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Der israelitische Volkslehrer · 1856-01-01 · Heft 1 (Januar 1856) · page 5

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
5 (1856)
Issue
Heft 1 (Januar 1856)
Date
1856-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Rückblick auf das Jahr ISS5. S sie verstehen in den meisten gebildeten Gemeinden sich von selbst. Wer, wie wir, die früheren Kämpfe in und um sich mit und durchzelebt hat; Wer sich erinnern kann, wie noch am Anfange der Dreißiger Zahre die Rabbiner zu Baireuth und Fürth angefeindet, denuncirt, geschmäht und verfehmt wurden, weil — nun weil sie den z,^ekum purkan," diesen Schah von Persien, antasteten — für die, des alten Rituales nicht mehr kundigen Leser beiläufig die Bemerkung, daß dieß eines der, in unserem Munde unsinnigsten chaldäischen Gebete sei, wo, in babylonischer Zdeenverwirrung, daö Wohl von babylonischen Schulen und Be¬ Horden des Eriks erstehet wird, die schon Lausend Zahre nicht mehr bestehen, und die Alten und Neualten, die gegen jedes Gebet in der Landessprache, auch gegen das für die Landesobrizkeit, verketzernd eifern, beten den »^ekum xurkan« in der Landessprache der Babylonier fort und fort^)? — ich sage. Wer jene Verfolgungen miterlebt, Wer jene kreisenden Berge gesehen um solcher Mausgeburten willen — ja, in Wahrheit, Der staunet und fragt sich, wie ist eS denn gekommen, daß jetzt, nack^^kurzer Zeit, ganz andere Reformen, Reformen, die diesen Namen wirklich verdienen, in großen Gemeinden ausgeführt und *) Em Finßermann ereifert sich in einem uns vorgelegenen Gutachten ganz besonders, aus tiefpatriotischem Herzen, gegen das Verbrechen, für de» LandeSfürstev deutsch zu beten. Wäre er'S — Gottlob, daß er'S nicht LA! — er würde eS verbieten! — Lieber, meint er, der vermeintliche Herrscher, betet gar nicht für mich, wenn Ihr nicht in Euerer heiligen Sprache für mich beten wollt! — Za, das haben wir gelesen! — Riecht das - D^^ziation? d527O '2 — Und der „^eknra xnrkAQ?" — Und der „ksscd 6e!utn»» (Fürst des ErilS)?" — Warum war Der, der doch kein eingebildeter, sondern ein wirtlicher Beherrscher der Juden war, warum war Er nicht von so heiligem Zorne beherrscht, daß die Juten sein Wohl in der^ noch dazu so verachteten chaldäischen Svrache — ssP? — erAeheten? — Nach talmudiicher Superstition bringen die Engel jedes Gebet vor Gott, also auch das in deutscher Sprache — nur nicht das in chaldäi scher Mundart; so verächtlich sei diese. — Und dennoch duldete eS der kescn (Zelntna, daß mau für ihn chaldäisch betete — und ein deutscher Rabbiner fordert einen deutscheu Fürsten auf, daß er seinen jüdischen Untenhanen verbiete, für ihu deutsch zu beten? — Da kann man nicht mehr sagen: o sinetU »iwxttcitzs (heilige Einfalt!) — Da muß man sagen: o «celeros» xaev«rsit»s (verbrecherische Verkehrtheit!). —

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