Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 4 (1855)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1855)
- Date
- 1855-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
- Belongs to
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Reeensionea. mud durch Rabina und I ZosS (von 70-500 Z. der ge. wöhnlichen Zeitrechnung). Diesen Zeitraum theilt der Verfasser in zwei Evochen, t) die Tanai-E poche, vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschlüsse der Mischnah (70—200)' S) die Amorai-Epoche vom Abschlüsse der Mschnah und der Gründung der Amora-Akademieen in Babylon bis auf den Abschluß deS ganzen Talmud (200—500). Die erste Epoche, vier Tanaimgeschlechter umfassend, stellt er in zwölf, die zweite Epoche, sechs Amorageschlechter enthaltend, in eilf Kapiteln dar. Dabei wird zwar die Fortbildung der talmudischen Lehre durch die einzelnen Geschlechter zum Hauptzegenstand der Forschung gemacht, aber auch überall auf die politische Geschichte, besonders auf das Verhaltniß des Judenthums zu dem neu entstandenen und bald an Bedeutung und Macht wachsenden Christentum die gebührende Rücksicht genommen. Daß vr. Graetz eine genaue Bekanntschaft mit den hier einschlagenden Quellen (einerseits die talmudische und midraschische, andrerseits die kirchenväterliche Literatur), so wie auch den nöthigen kritischen Geist zur Lösung der gestellten Aufgabe besitze, hat er bereits durch anderweitige literarische Arbeiten auf diesem Felde dargethan. Wir können daher auch nicht umhin, einzugestehen, daß er seine Aufgabe im Ganzen gut gelös't und besonders in den der Geschichtserzählung angehängten gelehrten Noten manchen schätzbaren Beitrag zur Aufhellung dieser allerdings noch am wenigsten beleuchteten Parthie der jüdischen Geschichte geliefert hat. Daß er dabei von seinem bekannten Standpunkte ausgeht und denselben überall festhält, versteht sich von selbst. Ihm ist der Talmud mit seinen immer höher aufgethürmten HalachaS, mit seiner Kasuistik und haarspaltenden Dialektik das Höchste im Zudenthume. Die Tanaim und Amoras, welche Einer nach dem Andern den Stoff der überlieferten Lehre zu vervielfältigen, zu begründen und ins Leben einzuführen bemüht waren, sie sind es allein, welche dem Zudemhum und den Juden den nöthigen Halt gaben, daß sie in den Stürmen der Zeit, in den grausamen und unerhörten Verfolgungen, mit welchen besonders das zur Herrschaft gelangte Christenthum gegen den Schoos seiner Mutter wüthete, nicht zu Grunde gingen. Der Talmud war der^Erzieher des jüdischen Volkes und hat allen störenden Einflüssen zum Trotz einen Grad von Sittlichkeit in ihm aevilantt die dessen F-einde selbst ihm nicht absprechen können. Er hat daS Mtltche Leben des Zuventhums erhalten und geför- «?k.^ /^ Gemeinden gesichert, «r hat endlich em tzefes Gedankenleben erzeugt, die Geknechteten