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Der israelitische Volkslehrer · 1855-01-01 · Heft 1 (Januar 1855) · page 17

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Journal
Der israelitische Volkslehrer
Volume
4 (1855)
Issue
Heft 1 (Januar 1855)
Date
1855-01-01
Page
– (sequence 17)
Language
German
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2 für ZSraelitea. leicht »icht schwer fem. Männer für die Ausführung dieses Gedankens zu gewinnen, deren edle Gesinnung für alles Gute rege und zur die Ausführung frommer Wünsche bereitwillig ihre Hand bieten. ES ist diese Idee bei mir nicht die Eingebung eines Momentes, sondern ich trage sie bei mir seit meiner Zugend. Zm Zahr 1335 veröffentlichte ich dieselbe in der jadischen Zeitschrift „Füllhorn", in dem vomier äa d»8 IU»in in Straßburg, 1836 in der Zeitschrift von vr. Geiger mit einer Empfehlung von vr. Zost. Erst in der No. 44 des ZahrganaeS 1853 der Zeitnng des ZudenthumS unternahm ich eS wieder, dieses Projekt hervor aas Licht der Oeffentlichkeit treten zu lassen. Herr vr. Philippsou empfiehlt diesen Gedanken zur Ausführung and forderte mich ans, zur Angabe der Kosten, welche hiezu erforderlich wär.'n, was ich hier nunmehr gethan habe. WaS nun meine Befähigung zur Leitung der Anstalt anbetrifft, die zu übernehmen mein Streben ist, so wäre eS mir ein Leichtes, dieselbe in pädagogischer BeziehiNZg durch verschiedene hinreichende Zeugnisse zu beweisen, welche ich mir durch achtzehnjährige PrariS erworben. Für meine Befähigung in landwirrhschaftUcher Beziehung kann ich keine Zeugnisse aufweisen als die Thatsache, die suserer ganzen Gemeinde bekannt, daß ich seit meiner Jugend mich mit dem Landbau befasse» daß ich einen Sommer in der weltberühmten landwirthschaftlicheu Anstalt des Herrn v. Fellenberg zu Hofwyl beiBecn zugebracht. EiueZvee anSznfnhren, die ich schon lange bei mir trage, wäre einer meiner wärmsten Wünsche; Ke aber zum Heile unseres Volkes durchzuführen, dazu fühle ich Beruf und ernste» Willen. Mein Leben und Wirken in hiesiger Gegend, wo ich, mit den feindlichsten Elementen kämpfend, doch ss manchen guten Gedanken des religiösen und bürgerlichen Fortschritts verwirklicht, dürfte dafür bürgea, daß ich Willenskraft genug befitze, um eine Idee, von der ich durchdrungen bin, mit Gottes Hilfe zum Heile Israels zu verwirklichen. — In der Erwartnng, Sie werden diese meine Bitte nicht übel aufnehmen, hat die Ehre voll Hochachtung zu zeichnen Ober-Endinge», 1. Ottober 1854. M. v. Sreists, Lehrer. d) Schreiben des Herrn vr. Fürst. Zch kann den Vorschlag zur Errichtung einer Ackerbauschute für Israeliten nur auf's Wärmste empfehlen. Denn wen» auch hier und da einzelne Israeliten den Ackerbau betreibe«, so ist diese BernfSlhätigkeit unter den Israeliten verhältnismäßig sehr wenig vertreten. Es treten der Ergreifung dieses Berufs allerdings viele Hindernisse oder vielmehr Schwierigkeiten in Ben Weg. Bei unserchristlichen Brüdern erbt z. B. der Bauer den Acker »o» seinem Vater; der Jude, der sich diesem Berufe widmen »ilk, muß erst einen solchen kaufen oder pachten; der erste findet fich also vsa selbst darauf hingewiesen, wahrend bei dem andern schon ein starker Drang dazn vorhanden sein muß. Der erste lernt eS von Jugend an auf dem väterlichen Grund« Aücte; der Jude muß eS schon bei Andern lernen, was oft sehr schwierig ist. Aber eben wegen diesen Schwierigkeiten ist ein solches gemeinnütziges Institut, wie das von Herrn DreifuS, sehr zu empfehlen. Auch ist zu loben, daß er den Versnch nicht zu großartig augelegt haben will. Es ist daher zu waaschea, daß dieser Gedanke Anklang finde, daß namentlich Gemeinden und vermögende Privaten znr Begründung eines solchen ZnstitateS steuern, welches die sociale und zugleich sittliche Hebung unserer GlanbeaSbrüder herbeizuführen geeignet ist.

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