Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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von Macaulay . christlichen SecLen gegen einander hegen. Aber die Gesinnung der Juden ist in der That keine solche. Sie ist vielmehr ganz derartig, wie sie sich bei ihren bestehenden Zuständen erwarten läßt. Sie sind weit besser gestellt, als die Protestanten im 16. und 17. Jahrhundert, weit besser als unsere Puritaner zu Laud's Zeit. Deßhalb haben sie keine Feindschaft gegen die Regierung oder gegen ihre Landsleute. Es wird Niemand in Abrede stellen, daß sie dem Staate weit mehr zugethan sind, als die Angehörigen Coligny's oder Vane's waren. Aber da sie nicht in gleicher Weise vom Staate behandelt werden, wie gegenwärtig die dissentirenden christlichen Secten in England, so haben sie — und wie wir glauben, lediglich aus diesem Grunde allein — einen mehr ausschließenden Geist. So lange wir den Versuch nicht weiter geführt haben, sind wir nicht zu dem Schlüsse berechtigt, daß sie nicht auch zugleich Engländer werden können. Der Staatsmann, der sie als Fremde behandelt und sie dann wegen ihrer mangelhasten patriotischen Gesinnung tadelt, ist ebenso unbillig, wie jener Tyrann, der ihre Väter dafür bestrafte, daß sie keine Ziegel ohne Stroh machten. — Man darf daher nicht zugeben, daß die Häupter der Regierung sich selbst auf diese Weise von ihrer feierlichen Verantwortlichkeit lossprechen; aus ihrem Munde darf man den Vorwurf nicht hören, daß eine Secte nicht patriotisch sey. Es ist gerade ihre Aufgabe, sie patriotisch zu machen. Geschichte und Vernunft geben deutlich hierzu die Mittel an. Die Englischen Juden sind, so weit wir es zu beurtheilen vermögen, gerade das, was unsre Regierung aus ihnen gemacht hat. Sie sind ganz so, wie jede Klasse von Menschen gewesen wäre, welche so behandelt worden, wie sie. — Wenn alle blondhaarigen Völker Europas mehrere Jahrhunderte hindurch geschmäht und unterdrückt, von diesem Platze vertrieben, in jenem eingesperrt, ihres Geldes, ja ihrer Zähne beraubt, auf die schwächsten Beweise hin der unwahrscheinlichsten Verbrechen überwiesen, an Pferdeschweifen geschleift, gehängt, gefoltert, lebendig verbrannt worden wären, wenn sie, unter milder ge- 2