Der israelitische Volkslehrer
- Journal
- Der israelitische Volkslehrer
- Volume
- 3 (1853)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1853)
- Date
- 1853-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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2 Rückblick Erde aus dem heiligen Lande des Aufgangs aufs Antlitz zu streuen, und du wirst auferstehen und der Geist wird deinen engen Sarg sprengen an jenem Tage, wann die große Posaune ertönt! Das Jahr 1852 war für uns ein schmerzliches Jahr; die freie Stadt Frankfurt, die deutsche Bundesstadt, hat den Reigen eröffnet in der Entziehung unserer staatsbürgerlichen Freiheit; und indem sie solches auf Weisung jener Behörde gethan, durch welche, als Centralorgan, die deutschen Regierungen ihren Willen kund geben, so sind es keine heiteren Aussichten, die sich vor unseren Blicken aufthun! — Aus Preußen haben wir gelesen, daß dort um die Bekehrung der Juden und Ungläubigen in denKirchen gebetet werde; wo die heiligsten Gefühle eines namhaften und achtbaren Theiles der Bürgerschaft auf solche Weise verletzt werden, was läßt sich da von ihrem Rechte erwarten?—Aus Kurh essen lasen wir, daß dort auswärtige jüdisch e Dienstboten und Arbeiter nicht geduldet würden; wo uns wieder als Juden solche Schmach aufgebürdet wird—^und da schreien sie noch, der Jude widme sich dem Handwerke nicht! — haftet da der gelbe Fleck nicht wieder auf dem Gewände unserer bürgerlichen Ehre? freilich als noch größerer Schandfleck auf dem Namen derer, welche ihn gewaltsam uns aufheften! — Solche kleine Ereignisse sind oft die besten Zeugen des Geistes, von welchem sie ausgehen! — Schon schwebt über unsern Brüdern zu Hamburg das Schwert des Damokles, welches das heilige Band der Gleichberechtigung zerschneiden soll, das sie mit den andersglaubenden Brüdern verbunden hat; und wieder wird es bald der Glaube sein, welcher in Deutschland, in dem aufgeklärten, gebildetsten Lande der Welt, in dem Lande der Denker und Philosophen, in dem Lande, wo die Buchdruckerkunst dem Buchstaben Flügel und die Reformation dem Forschergeiste die Freiheit gab in diesem Lande wird es bald wieder der Glaube sein, welcher statt eine lichte, fortschreitende Feuersäule auf dem Wege zu dem Einen Ziele, eine finstere Mauer dastehen wird, Menschen von Menschen zu trennen,