Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 13 (1921)
- Issue
- Heft 4-6 (April 1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 40 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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40 Mitgliederversammlung der Vereinigung der liberalen Rabbiner Deutschlands gehoben ist, wenn die Gesamtorganisation Gesetz wird, nicht geändert zu werden braucht. Vor allem kommt es noch darauf an, daß wir namentlich für diese letztere Frage der Stellung der Rabbiner in den Einzelgemein« den auch morgen in der Gesamtsitzung - des Rabbiner-Verbandes zu einem einhelligen Beschlüsse kommen. ' Ich schlage Ihnen folgende Thesen vor: Der liberale Rabbinerverband spricht sein lebhaftes Bedauern aus, daß das neue Organisationsgesetz den religiösen Charakter unserer Gemeinschaft so wenig betont und gewahrt hat. Denn es hat den Einfluß der natürlichen Führer des religiösen Judentums, der Rabbiner und Lehrer, fast -gänzlich zurückgedrängt. Die Vereinigung der liberalen Rabbiner verlangt deshalb von der Vereinigung für das liberale Judentum: ' 1. daß auf die Listen der Liberalen in den einzelnen Wahlverbänden liberale Rabbiner an aussichtsreiche Stellen gesetzt werden, 2. daß die den Gemeindekörperschaften angehörenden Mitglieder der Vereinigung für das liberale Judentum dafür eintreten, daß die Rabbiner zu allen Sitzungen der Gemeindekörperschaften mit beratender Stimme zugezogen werden. An diese Vorträge und Referate schloß, sich nach der Mittagspause eine sehr umfangreiche und eingehende Generaldebatte, an welcher sich vor allem Walter-Kassel, Jacob-Dortmund, Baeck-Berlin, Vogelstein-Breslau, Sonderling-Hamburg, Wiener-Stettin, Appel-Bingen, Lazarus - Wiesbaden, Goldmann - Leipzig, S a m u e l - Es.en, Kronheim - Bielefeld, Steinthal-Münster, Neumark-Duisburg, Norden-Elberfeld, Freudenthal- Nürnberg beteiligten. Die Thesen Vogelsteins, Freudenthals und» Kahlbergs wurden — bis auf denjenigen Satz der Freudenthal'schen Thesen, der von unserer Stellungnahme zum Aufbau Palästinas handelt — von der Versammlung einstimmig angenommen. Ueber die strittige Frage soll, wegen der vorgerückten Stunde und weil sich zahlreiche Mitglieder der Versammlungwegen der gleichzeitig tagenden Ausschußsitzung des allgemeinen Rabbinerverbandes entfernen mußten, eine schriftliche Abstimmung herbeigesührt werden. Von Fuchs-Chemnitz liegt ein Antrag vor, der die Einsetzung von drei Kommissionen fordert, welche jährlich neu zu wählen und wieder wählbar sind und dre Aufgabe haben: '1. hie Grundsätze eines normalen liberalen Gottesdienstes festzusetzen, 2. die Form der religiösen Ehescheidung für die Mitglieder bindend festzülegen, 3. die Ziele und Einzelausgaben des liberalen Religionsunterrichts für die Mitglieder bindend festzulegen und womöglich Lehrbücher dafür zu schaffen. -Die Ausschüsse sollen verpflichtetsein, alljährlich der Vereinigung den Erfolg ihrer Tätigkeit schriftlich vorzulegen, und diese faßt darüber.Beschluß. Auf den Vorschlag Vogelsteins, der inzwischen den Vorsitz übernommen hat, überläßt es die Versammlung dem Vorstand, diese drei Kommissionen zu bilden.. Es wird weiter gewünscht,- daß im Anschluß an die in diesem Jahre geplante Hauptversammlung der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland eine Tagung der Vereinigung der liberalen Rabbiner abgehalten werde. Zum ersten Vorsitzenden anstelle Bloch's, der eine Wiederwahl wegen seines hohen Alters ° ablehnt, wird durch Akklamation Seligmann-Frankfurt a. M., zu Mitgliedern des Vorstands Blumenthal-Berlin, Freudenthal-Nürnberg, Vogelstein-Breslau wieder und Einstein-Landau. Jtaliener-Darmstadt, Kahl-, berg-Halle neu gewählt. Dem Kassenführer wirdauf Vorschlag der Kassenrevisoren von der Versammlung Decharge erteilt. Mit würdigen Worten des Dankes an die Mitglieder schloß der stellvertretende Vorsitzende die Versammlung gegen 7 Uhr. Herausgegeben von der Verernigung für das liberale Judentum Berlin W. 8, Mauerstratze 22 Für die Schristleitung und den Verlag verantwortlich vr. C. Seligmann, Frankfurt a. M-, Friedrichstr. 29, Druck und Expedition von Voigt L Gleibpr, Frankfurt a.M., Bieber-Gaffe 6.