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Liberales Judentum · 1921-03-01 · Heft 1 (März 1921) · p. Seite 16

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Journal
Liberales Judentum
Volume
13 (1921)
Issue
Heft 1 (März 1921)
Date
1921-03-01
Page
Seite 16 (sequence 16)
Language
German
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16 Rundschau: Gesarnt-Grganisalion. Resolution der ILI. Für den Aufbau Palästinas (Keren hajessod) znitwirke. - In einer Versammlung des „Liberalen Vereins für die Angelegenheiten der Jüdischen .Gemeinde in Berlin" nahm Rabbiner D r. Baeck Stellung zur j)alästinafrage. Ls gelte, heute die Zeichen der Zeit zu erkennen und .mit allen Kräften an der Errichtung des neuen Palästina mitzuarbeiten. . wenn sich die -600 000 Juden Deutschlands gegenüber den ^Millionen Juden der Welt ausschließen -wollten, so schlössen sie nur sich selber aus, aber nicht das Werk, das ohne sie entstehen würde. .Die geschichtliche Bedeutung des Judentums erfordere seine eifrige Mitarbeit. Von -der Erneuerung des Judentums in Palästina erwarte er auch eine fruchtbare Bereit Herungdes religiös-liberalen Gedankens. Mit größerer Berechtigung und Autorität würden von Palästina aus jüdische Gedanken der Welt verkündet werden können. während der größte Teil des konser- Dativen Judentums sich um die misrachi- -stische Fahne schart und um der religiösen Erhaltung und Erneuerung des Judentums willen, unter gewissen religiösen Bedinggungen, für den Aufbau j)a!ästinas eintritt, steht das separatische deutsche Judentum, dessen Wortführer der „Israelit" ist, und dis Dom Separatismus geschaffene „Agudas Iisroel" der Beteiligung am Lersu dajessod seindlich gegenüber. Lsj ist die Furcht vor dem Reuen, was sich gebären will, was die Stellungnahme des Separatismus bestimmt. ' Ein von HerbertSamuel, dem englischen obersten Verwaltungsbeamten in Jerusalem, eingesetzte Kommission schlägt die Bildung einer rabbinischen Oberbehörde in Jerusalem vor. Sie soll aus acht Mitgliedern bestehen, an deren Spitze je ein äschkenasischer und ein sephardischer Rabbiner stehen würde. Dieses oberste Beth-din soll von einem, zu zwei Dritteln aus Rabbinern, zu einem Drittel aus Laien bestehenden Vertretungskörxer gewählt werden. Das Jerusalemer B e t h - d i n ist als die höchste Instanz in allen religiösen Angelegenheiten gedacht. Daneben kann jede palästinensische Gemeinde ihr eigenes Beth-din haben. Das große Ereignis für das Deutsche Judentum ist die seit vielen Jahrzehnten erstrebte Zusammenfassung der deutschen Juden zu einer Gesamtorganisation, die auf dem J5. Gemeindetag des D. - I. G.-B. beschlossen wurde. Liberale, Konservative und Konisten, von der Not der 'Zeit und vom jüdischen Selbsterhaltungsdxang zusammengefchweißt, stellten ihre Sonderbestrebungen bei Seite und reichten sich die Ls and zum starken Zusammenwirken. Möge sich an der neuen Organisation der alte Satz des römischen Historikers bewahrheiten: Concordia parvae res crescunt, discordia maximae dilabuntur, durch Zusammenschluß wächst das» Kleine, durch Auseinandergehen zerfällt das Größte. Ueber den verlauf und die Bedeutung der Berliner Tagung, auf der die Gesamtorganisation der Deutschen Juden beschlossen wurde, informiert der an anderer Stelle dieser Nummer abgedruckte Leitartikel. Am 8. und 9 Januar fand in Liegnitz ein Delegiertentag der jüdisch-liberalen Jugendvereine Deutschlands statt. Der bisherige Vorsitzende, Rechtsanwalt 'Stern-Berlin, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. . An seiner Stelle wurde Herr Ba? er - Breslau zum Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft gevxihlt. Ueber „Ziele und Wege der Arbeit j ü d i s ch - l i b e r a l e r I u g e n d--V e re i n e" referierten die Herren Isaak- Frankfurt a. M. und 'Lilienthal-Berlin. An die Referate schloß sich eine anregende Diskussion, als deren Ergebnis folgende Resolution angenommen wurde: „Die am 9- Januar \ty2\ in Liegnitz versammelten Delegierten der jüdisch-liberalen Jugendvereine Deutschlands müssen zu ihrem größten Bedauern feststellen, daß die lernfreudige und begeisterungsfähige liberale Jugend die so notwendige und erwünschte Unterstützung eines überwiegend großen Teiles der liberalen Rabbiner vermissen muß. Sie sind der Ansicht, daß die durch gemeinsame Arbeit geschaffene enge Verbindung der berufenen Führer der organisierten libe.alm Jugend.von höchster Bedeutung für die Zukunft unserer Bewegung ist. Die hier versammelten.bringen (Fortsetzung 3. Umschlagseite.) Herausgegeben von der Vereinigung für.das liberale Judentum Berlin W. 8, Mauerftraße 22. Für die Redaktion und den Verlag verantwortlich Dr. <£. Seligmann, Frankfurt a. M., Friedrichstr. 29. Druck und Expedition von Voigt & Gleiber, Frankfurt a. M., Bieber-Gasse 6.

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