Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 9/10 (1918)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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JTlonatslchrift für die religiösen Interessen des Judentums herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum in Seufldtland unter der Redaktion van Dr. Caefar Seligmann, Rabbiner in fraifefurf a. III. No. 1 und 2. Jahrgang 10. Januar u. februar 1918. Was will das liberale Judentum? Von Rabbiner Dr. Seligmann-frankfurt a. IR. Hntor denen, die sich bewußt zum liberalen Judentum bekennen, gibt es solche, die auf das „liberal" den fjauptton legen und andere, die das „Judentum" vor allen: unterstreichen. So stehen sich, wenn inan von verschwimmenden Schattierungen absieht, im Grunde zwei Ansichten, um die Vorherrschaft kämpfend, gegenüber. Ls sind die alten Gegensätze, zwischen denen sich das ganze geschichtliche Leben der Menschheit bewegt und die geradezu als die motorischen Kräfte der Menschheitsentwicklung angesehen werden können: Individualismus und Gemeinschaftstrieb. Die einen, die das „liberal" als das wesentliche betrachten, sehen ihren Zweck in der Befreiung des persönlichen Lebens von allen Bindungen und Beschränkungen. Distocisch entstanden aus der Reaktion gegen absolutistische Autorität auf politischein und religiösem Gebiet, will der Liberalismus zunächst subjektiv die eigene Persönlichkeit frei machen non jeglicher politischen und religiösen Bene rm undung, dann aber auch objektiv die ellaci t von Staat und Religion so beschränken, möglichst wenig Genunnngen der j?eriöulichteit von ihnen ausgehen können. Lin hennnungsloser Individualismus nei der der Beliebigkeit des eigenen Ich aU?' Stecht gegen die historisclien 2Nächte der '' .eichte zuerkenut, münde: notwendigerweise u' .-archio. Da aber h^r Staat im Gegen \ i R'Union in. besondere zur jüdii b - >'? sein 2ke.gt und seine Autorin - ' bra.chl der Gesetze zu schützen uv;-/ verbleibt dem Irrdividuaiäsnrus der billige Lndsieg nur auf dem schutzlosen Gebiete der Rehigion. 2Ttit -Recht nennt man diesen schrankenlosen Liberalismus innerhalb der Religion 22ad^alismus, denn er grrift die Religion an ihrer Murzel an und eEvurzelt sie, wenn er den geschichtlichen ^Rächten keine Autorität auf sich einräunrt. öllles positive ist erdgewachseu im Boden der Geschichte und der Neberliefermrg. Mo Geschichte und Ueberlieferung jedes Zlnspruchs auf die Persönlichkeit beraubt werden, herrscht öbegatlon, Radikalisnrus, 2lnarchie. Der einzige j?ositivisnrrs, der dieser 2Achkurrg des liberalen Judentums Irrhalt und Lebcnstricb gibt, ist der Ra rupf. Liberales Judentum wird so zu einer bloßen Mrgarri satiorr der Kampfbereitschaft oder Verteidrgungsalliarrz gegen Uebergnffe rmd Lingriffe aus gegnerischen Lagern. Darum erivacht dieses liberale Iudentuur rreist nur in krrrzerr Kanrpfperiooen zum Leben: es braucht den Kampf, um wach zu bleiben rnrd nährt arrc'g heute seine schwache Lebensslamme vom Kamps gegerr Mrthodozie und Zionismus und etwa noch vom Kampf gegen die positivhistorische Richtung im eiaen-n liberal, n Sut.i rmd vor allem gegen deren Ve-rreter, d-. Rabbi nee Das Gefper.r einer b-icr.-enne be> - rece-:rierg.nr ^orsln^ioirgt -u eer ev.-ig.,se .. Rabl'iner wahr-er einwchu.ütige euch, be: ' r.liaiösen .Horde cuahnn h rast auf, ode»' als ein 'v '.iiirtel, sich er.-e