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Liberales Judentum · 1917-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1917) · p. [Seite]

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Journal
Liberales Judentum
Volume
9 (1917)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1917)
Date
1917-07-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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liberales Judentum Jllonatsfdmft für die religiösen Interellen des Judentums herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum m Deuffdtland ifflfer der Redaktion von vr. Caefar Selig mann, Rabbiner in frankfurt a. M. No. 7 «ad 8. Jahrgang 9. JM u. Nugult 1917. Jüdische Erziehung oder €rziehung zum Judentum? Von Herma» BeckerAVoIIftein (kosen). Is nach dem' Schlüsse der letzten Hohen FesttsWr unsere Gotteshäuser so leer waren wie vorher, da wurde, wie alljähr- - lich, die bllrWe lairt über den mangelnden religiösen Sin» der-Heranwachsenden Jugend, die nicht einnroL den historischen Sinn für die Geschichte des LZgenen Volkes, noch weniger aber - den NattuKsr für die eigenartigen Schönheiten des Lsubhüttenfestes hat, in welchem Geschichte MÄ Natur in so harmonischer Form, wie bei k««W Fest irgend einer Religionsgemeinschaft Zun Ausdrucke kommt. Mit einem gewiszs» Gefühl der Beschämung sahen wir auf die frommen Scharen der Beter die beim LrntsLcMkfeste in die Kirchen strömten und mit eisar gewissen Resignation fragten wir uns: ,-Wbt es noch eine jüdische Erziehung in der Gegenwart?" — Ehe rvvr Mr Beantwortung dieser Frage schreiten, HMrn wir uns die Aufgabe alter Erziehung Mgenwartig. Sie ist nach der Lehre aller Msnfchheitserzieher, Philosophen und f)ädags>KM: Die Entwicklung-und Bildung aller hau Menschen vorhandenen Kräfte, Fähigkeiten w&b- Anlagen für den Dienst an der Menschheit im Aufblicke zu Gott. Dieser kosmopolitische Erziehungsstandpunkt schließt keineswegs fcie nationale und religiöse Erziehung au^, er ist ihnen nur übergeordnet. Denn wer im Dienste der Menschheit steht, der dient zugleich seimem Volke und seinem religiösen Bekenntnisse,. freilich nicht ihn: al-- lein. Er benutzt gewUermaßen Volkstum und religiöses Bekenntnis als Sprungbrett, um von dort aus auf die Höhen der Menschheit zu gelangen. „Erziehung zur Humanität" so bezeichneten die größtem Geister aller Völker und aller religiösen Bekenntnisse von A loses bis auf Herder, von Aiddha bis auf Nietzsche, die Aufgabe aller Erziehung. Diese Lehre der größten Geister hrt freilich nicht verhindert, daß gerade rn drv Gegenwart nationale und religiöse Erziehung!als das A und <2> aller MenschenbildurU gefordert wird, daß sich der weite Blick Ledauerlicherweise verengert hat, daß wir also immer weiter abrücken von der verhußung, „da Gott mit Israel (und durch Wael mit der ganzen Menschheit) einen nermr Bund schließen wird, einen Bund, den er nicht mit den Vätern geschlossen hat, da or seine Lehre in unser Herz setzen, sie in unsW Inneres legen will." Sollen wir Iudsr nunmehr auch von einer jüdischen Erziehung sprechen, entsprechend der Forderung einflußreicher Stellen im Staate, die eine christliche Erziehung wünschen? Sollen wir am nationales Judentum l>erb ei sehnen, um unsere Alld eutschen

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