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Liberales Judentum · 1916-11-01 · Heft 11-12 (November 1916) · p. [Seite]

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Journal
Liberales Judentum
Volume
8 (1916)
Issue
Heft 11-12 (November 1916)
Date
1916-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Dberales Judentum Jllonatsfchrift für die religiösen Interessen des Judentums herausgegeben van der Vereinigung für das liberale Judentum in Deuffdiland unter der Redaktion van vr. Caefar Seligmann, Rabbiner in frankfurt a. M. No. 11 und 12. Jahrgang 8. JToobr. u. Dezbr. 1916. friedensarbeit im Kriege. Von vr. Berthold €inftein-£andau (Pfalz). © dankenswert die Abhandlungen sind, welche mit den Beziehungen zwischen Religion und Krieg sich beschäftigen, — es wäre doch bedauerlich, wenn wir während der Dauer des Krieges keinen anderen Betrachtungen uns hingeben wollten. Schließlich werden wir ja doch mit all unserer Weisheit nicht darüber hinwegkommen, daß wir diesen furchtbaren Weltkrieg in den uns unbegreiflichen und unverständlichen weltenplan Gottes einreihen: müssen, und unsere Bemühungen, ihn mit den göttlichen (Ligenschäften der Gerechtigkeit und der Güte und der Liebe, so wie wir sie zu fassen gewohnt sind, in (Linklang zu bringen, werden uns nie und nimmer zu einem befriedigenden (Lrgebnis führen. (Ls wäre wohl das Beste, wenn wir uns dazu verstehen wollten, unsere menschliche Kurzsichtigkeit und die Begrenztheit unserer menschlichen Erkenntnis einzugestehen und demütig ergeben-in das von Gott über uns verhängte schlimme Geschick uns zu fügen. Und wahrlich wir brauchten uns 'dessen Nicht zu schämen. Das Menschliche, ach nur allzu Menschliche, das immer noch bei diesem Kriege im Spiele ist, kann uns noch genug zu denken und zu raten geben. Die Zeit wird gewiß nicht ausbleiben, in der klar zu Tage tritt, daß auch dieses große Unglück, das über die Menschheit gekommen, von Gott zum Heile über die Welt gebracht wurde und wo der einzelne, der heute bekümmert und verbittert unter der Last der Opfer seufzt, die ihm an Gut und Blut auferlegt sind, sich beruhigt in dem Bewußtsein, daß er zum wohle des Ganzen die Opfer bringen mußte. Daß gerade er sie bringen mußte, während andere verschont blieben, dafür wird er so wenig eine Erklärung je finden, wie der andere, der in der gleichen Lage wie er sich befindet und gleich ihm sein Geschick aus Gottes Band empfängt. Großes wird nieohne große Opfer erreicht werden und diejenigen, an deren Gpferwilligkeit besonders große Anforderungen gestellt werden, müssen es lernen, einen gewissen Stolz darüber zu empfinden, daß sie zum wohle der G e s a m t h e i t die Opfer zu leisten vermochten. Für viele, die nur gewohnt waren an sich zu denken, für sich und der Ihrigen persönliches Wohl zu sorgen, ist das sicherlich nicht leicht, mit einem Male alle Selbstsucht aufzugeben. Aber für alle ist diese Erziehung zum Gefühle der Zusammengehörigkeit und zur Tätigkeit für die Gesamtheit überaus wertvoll. Dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit, dieses einheitliche Zusammenwirken zu einem

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