Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 8 (1916)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 120 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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120 / Aus der Jugendbewegung Haftester immer von neuem einsetzender Beifall folgte den trefflichen hinreißenden Worten. An der Diskussion beteiligten sich die Herren Referendar Dr. Schweitzer, Sani- Lätsrat Dr. Reich und Dr. Nellhaus. Nach Schluß der Debatte darrkte der Unterzeichnete als ' Schriftleiter der Diskussions-Abteilung Herrn Dr. Goldmann für seine unübertreffliche herrliche Arbeit innerhalb der fugend und verlas zunächst folgendes Telegramm des am Erscheinen behinderten Herrn Justizrat Berger: „Segen ist der Rkühe j)reis, Der Verein ein blühend Reis, Die 25. Diskussion: Tausendfältig Goldmanns Lohn." Unter stürmischem Beifall der Anwesenden, unter denen sich auch der Vertreter des liberalen Hauxtvereins, Herr Emil Waldstein befand, konnte der Unterzeichnete dem Jubilar eine dreifache Ehrung übermitteln: die Begründung eines Dr. Gold mann-Fonds und zwei in bekannter Meisterschaft abgefaßte poetischen Ergüsse unseres verehrten Vereinsdichters Herrn JustizraL Berger - Aönigshütte;*) eine Ehrenadresfe, die Frl. Ruth Lohn vortrug, und ein Festlied, das in launiger Weise die Vielseitigkeit des Jubilars feierte. In überaus herzlichen, rührenden Worten dankte der Gefeierte für alle Ehrungen und schloß mit der Versicherung, daß er als deutscher Rabbiner nur seine einfache Pflicht erfüllt habe, eine selbstverständliche Tatsache, die nicht überschätzt werden dürfe. Sein begeistert aufgenommenes Hoch galt der Leitung der Jugendbewegung. Die letzten Ausführungen gaben dem Senior der liberalen Bewegung Breslaus, unserem hochverehrten Herrn Sanitätsrat Dr. Reich Veranlassung, die Jugend in den Gefühlen der .Dankbarkeit zu bestärken und seine Worte in ein stürmisch aufgenommenes Hoch auf Herrn Dr. Goldmann ausklingen zu lassen. Bei musikalischen Darbietungen blieben die Teilnehmer bis Mitternacht zusammen. Ueber unsere Arbeit können wir folgendes berichten: Unserer Bitte um Ueberlassung älterer Jahrgänge der Monatsschrift „liberales Judentum" ist erfreulicher weise von mehreren Seiten entsprochen worden. wir besitzen nunmehr alle Hefte, und unsere Bibliothek zählt über 100 Bände dank hochherziger Spenden. Weitere Zuwendungen werden .mit herzlichem Dank entgegengenommen. Die Rkitgliederzähl ist andauernd im Steigen ■" begriffen und beträgt;. Z. 275. wir eröffnen das Wintersemester »am-, \2. September und besitzen heute schon die uns ehrende Zusage eines Zyklusvortrages des Herrn Rabbiner Dr. Goldmann-Dppeln über das Thema: Das Judentum und die geistigen Strömungen der Zeit. Breslau, Anfang September Alfred Berger. *) Wir bringen aus einer der beiden poetischen Huldigungen: „Zur 25. Sitzung der Diskussions- Abteilung Herrn Rabbiner Dr. Goldmann gewidmet von Justizrat Berger (Königshütte)" solgende Berse zum Abdruck: Die Jugend ist Dein Arbeitsfeld, Du willst sie geistig heben. Ein Kämpfer, Führer und ein Held, Du willst sie neu beleben. Gibst ihr die Waffen in die Hand, Auck, scharf und gut geschliffen, Du führst das Kuder in der Hand, Vorbei an Felsenriffen. Nur vornehm lenkest Du den Streit. Mit einem blanken Schilde, Dem Höchsten hast Du uns geweiht, Im seligen Gefilde. So kamst Du fünfundzwanzig. Mal, Zu uns so gern herüber, Gehärtet wie der feste Stahl, Es ist Dir keiner über. Hab vielen, vielen .heißen Dank, Wie, können wir Dir danken! Der Lorber Deinen Stab umrank', Er soll wie wir. nicht wanken. Wir bleiben immer liberal. Mit Goldmann unsrem Leiter, Die Losung bleibe das Fanal, Für uns und unsren Streiter. Herausgegeben.von der Vereinigung für das liberale Judentum Berlin W. 8, Mauerstraße 22. Für die Redaktion und den Verlag verantwortlich vr. C. Seligmann, Frankfurt a. M., Friedrichstr. 29. Druck und Expedition von Voigt & Vleiber. Frankfurt a. M., Bieber-Gafse 6. ji