Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 8 (1916)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3126481-3126571-3126572--2062-3128898- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Aus der Jugendbewegung 23 Aus der Jugendbewegung. Indisch-liberaler Jugendnerrin Krrslau. Dank der rastlosen Mitarbeit unserer weiter ist es uns gelungen, die Vereinstätigkeit auch weiterhin in vollem Maße aufrecht zu erhalten. Ls sei uns an dieser Stelle gestattet, unseren! vorbildlichen Führer, Herrn Rabbiner Dr. Goldmann-Dppeln, der im Hinblick auf seine ganz besonderen Verdienste um unsere Organisation zum Lhrenmitgliede ernannt wurde, unseren unauslöschlichen Dank zu sagen für seine nimmer ermüdende Arbeit und gleichzeitig unseren beiden Ehrenmitgliedern Herrn Sanitätsrat Dr. Reich) der keine unserer Veranstaltungen versäumt, und Herrn Zustizrat Berger-Königshütte von ganzem Herzen für ihre wertvolle Unterstützung zu danken. Mag die Mitarbeit dieser Männer in jedem einzelnen Mitglieds den Vorsatz aufsteigen lassen, selbst in praktischer Arbeit mit erhöhtem Pflichtgefühl mitzuhelfen, den liberalen Gedanken in alle Kreise zu tragen. Unsere Tätigkeit gestaltete sich wie folgt: Am 2% November sprach Herr Rechtsanwalt j)ick-Liegnitz über die rechtliche Stellung der Juden in Preußen. Der Redner führte uns in sehr anschaulicher Weise eines der wichtigsten Kapitel der jüdischen Geschichte vor Augen, die Geschichte der Neuzeit von Friedrich dem Großen bis auf die Gegenwart. Dn einem warmen Mahnruf an die Jugend, der schweren und und langen Kämpfe unserer Väter eingedenk zu sein, ließ der geschätzte Gast unter lebhaftem Beifall seine Rede ausklingen. An der.Aussprache beteiligten sich mit teilweise ergänzenden Ausführungen Herr Sanitätsrat Dr. Reich und der Unterzeichnete. Am Sonntag, den 5. Dezember fand unter sehr starker Beteiligung in den Räumen der Spinoza-Loge, die sich als zu klein erwiesen, unsere Thanucka-Feier statt. Nach dem Anzünden der Thanucka- Lichter durch unser Mitglied, Herrn Kantor Wartenberger, hielt Herr Rabbiner Professor Dr. Guttmann die Festansprache. In feurigen von edler Begeisterung getragenen Worten.entrollte uns der gefeierte Gelehrte ein treffliches Bild von den Zeiten der ersten Berührung Zwischen Judentum und Thristen-;tum unter geistvoller Anspielung auf die Gegenwart. Stürmischer Beifall folgte den zündenden Ausführungen, für die später bei der Tafel namens des Vorstandes der Unterzeichnete besonders dankte. Durch das Entgegenkommen des Herrn Professor Dr. Kalischer-Berlin konnte der stellvertr. Vorsitzende Herr Erich Ba?er im Anschluß an seine Begrüßungsansprache den anwesenden Mitgliedern je e,in Exemplar der Segelschen Schrift „Der Weltkrieg und das Schicksal der Juden" überreichen. Bei der sich anschließenden Tafel hielten Ansprachen unsere beiden Ehrenmitglieder die Herren Sanitätsrat Dr. Reich und Zustizrat Berger-Königshütte, welch letzerer uns wie stets ein treffliches Festlied gewidmet hatte. Musikalische Darbietungen des Orchesters der freien Vereinigung für klassische Musik unter Leitung der Herren Wechselmann und Markt wechselten mit Rezitationen ab, an denen sich Vereinsmitglieder beteiligten. Als Vertreter der Synagogen-Gemeinde Breslau nahm Herr Emil Waldstein an der Feier teil. Am Dienstag, den % Januar, hielt Herr Rabbiner Dr. Berger-Görlitz einen Vortrag über das Thema: „Der Krieg und die Bibel". Der Referent führte etwa aus: Die Bibel, die in letzter Zeit weniger gelesen wurde, sei , durch den Krieg wieder zu Ehren gekommen. Sie ist ein Buch des Lebens und der Wirklichkeit, das Werk eines ganzen Volkes, das durch seine Lage gezwungen war, ständig Kriege zu führen. Der in Friedenszeiten so oft angegriffene Gott der Rache, der für das Recht auf Erden eintritt, wird auch von christlicher