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Liberales Judentum · 1915-11-01 · Heft 11-12 (November 1915) · p. Seite 142

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Journal
Liberales Judentum
Volume
7/8 (1915)
Issue
Heft 11-12 (November 1915)
Date
1915-11-01
Page
Seite 142 (sequence 22)
Language
German
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142 Mchrrschau Jetzt wird sichs zeigen, daß wir niemals. unwert Der Vaterlands gewesen, das wir lieben, Daß es zu unrecht uns hintangesetzt, Und daß wir tapfer sind, wenns gilt, den Feind Zu schlagen, wie einst vor Jahrtausenden Der edle Veldenstamm der Makkabäer. — Und gegen wen geht heut der Kampf? Sinds nicht Die alten tiefverruchten Feinde Suvas, Die grausamen Bedrücker unserer Brüder, Die Feinde der Kultur, des Rechts, der Freiheit, Die heute Deutschlands Feinde sind? «Lin a ß Lint heute — endlich! endlich' — Freiheitsfreunde, Kulturvorkämpfer, Deutsche mit den Juden. Uns allen blüht ein gleichgeartet Schicksal: Gin Unsieg bringt uns allen Untergang Gin Sieg befreit, erhebt, beglückt' uns alle. Denn welche Schonung, welch Grbarmen soll Der Sude von der Mörderbrut erwarten, Die fetzt im eig'nen Lande jüdisch Blut Vergießt in Strömen, jüdischen Frawn und Kindern Die ärgste Schmach antut? — Drum zog ich aus, Lin d e u t s ch e r S u d e, in den heiligen Kampf. Offiziersstellvertreter S a u l. Lüctierlüiau Kinjamrn Segel, Der Weltkrieg und das Schicksal des jüdischen Volkes. Berlin, Georg Stilke, l9tzö. 8°. IN Seiten. Dieser Krieg, so meint der Verfasser, habe unter anderen Merkwürdigkeiten auch die, daß er tief in das Schicksal der Gesamtheit des jüdischen Volkes eingreife, wie kein Krieg je zuvor. Darum haben wir Juden allen Anlaß, zu ihm nicht nur vom allgemein menschlichen Standpunkt, nicht nur als Bürger der Kriegführenden oder der neutralen Staaten, sondern außerdem auch noch als Juden Stellung zu nehmen, und uns von seinen Ursachen, wie von seinen unvermeidlichen Folgen Rechenschaft zu geben..Als galizischer Jude aus Lemberg, ganz nahe der russischen Grenze, aus nächster Nähe die Vorgänge vor und unmittelbar nach Ausbruch des Krieges beobachtend, andrerseits durch langjährigen Aufenthalt in Deutschland innig vertraut mit jüdischer Kultur und deutschem Wesen, glaubt der Verfasser, manches sagen zu können, was für die Süden der neutralen Länder von Wichtigkeit ist und fühlt in sich die moralische Verpflichtung, angesichts des niederträchtigen Verleumdungsfeldzugs gegen Deutschland, angesichts der plötzlichen Apotheose Rußlands, als ein Kämpfer für Wahrheit auf den Alan treten zu inüsfen. Das Buch hebt den Schleier hinweg von den russischen Greueltaten, es zeigt wie die Russen in Galizien und der Bukowina gehaust haben; es spricht vom Wesen des deutschen Militarismus, von den geheimen Motiven, die Frankreich und Gngland zmn Krieg getrieben haben und kommt zu dem Schlüsse: „Streitet, so viel ihr wollt, ob es möglich sei, den Krieg überhaupt zu vermeiden, — daß es möglich war, diesen Krieg zu vermeiden, unterliegt keinem Zweifel. . . Dieser Krieg wird geführt, damit die Revenuen der englischen ^Autokratie nicht vermindert würden. Ströme von Blut müssen fließen, damit sich der Goldstrom in die Gity von London stets in unge-

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