Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 7/8 (1915)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1915)
- Date
- 1915-11-01
- Page
- Seite 141 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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c o o o Immanuel Saul: „Sn weine Kinder" m Verein mit l>oher Geisteskraft geschaffen. Ja, ausgelöscht, von: Erdenrund getilgt Sollt' werden deutsches Wesen, deutsche Art! Es war ein Kampf, dem Herzen in der Brust, Dem Denken im Gehirn, dem Blut der Adern In höllisch-geiler Bosheit angesagt. Zu welchen: Zweck? — Um Krämer zu bereichern, Goldhungrigen bequemen Raub M sichern. Aufflammt es da in heil'gem Volkeszorn, wie sollt' ich anders da wohl fühlen, denken, 2Us meines Volks begeisterteste Söhne, 2T(ir, dem so heilig stets die deutsche Art? wie sollt' es nicht im tiefsten mich empören. Daß man das deutsche Wesen so verlästert, Ja Schuld ihn: gab die gräßlichsten der Greuel, Mit niedriger Verleumdung seinen Adel Hinab in Staub und schmutz'ge Pfütze zog. Drum war es mir Befreiung, nicht Beschwerde, Als mich das Los den Kämpfern zugesellte. Die rächen sollten Tücke, Lug, Verrat, Verteid'gen deutschen Geistes herrlich wirken, Verteid'gen deutschen Wohlstands reiche- Blüte, Vorkämpfer sein für Weib und Kind und Heimat, Sie schützen gegen asiat'sche Horden, Die Tigerbrut, die uns'res Ostens Fluren Mit Frevel über Frevel schon geschändet; welch hehres Glück! — Drum zog ich freudig aus. Ein Deutscher, Deutschlands Grenzen zu beschützen. — Und noch ein zweites trieb mich in den Kampf. Ein Jude bin ich, allzeit treu ergeben Den: Stamm, aus dessen Blute ich entsprossen. In Friedenszeiten sprach wohl der und jeneu Verächtlich von der Juden <(rt und Wesen, Man schalt ihn feig, unkriegerisch, schalt ihn Des Lebens hohen Zielen abgewandt, * Gemeinem Nutzen nur ergeben, selbstisch. Ja, schalt ihn — dieses war der härteste. Der ärgste Schimpf, er traf wie Peitschenhieb — Fremdling auf jenen: Boden, den die Väter Mit ihrem Schweiß schon, ihrem Blut gedüngt. — Jetzt griff mir tief ans Herz die Not. der Zeit. Ein Wille eint, ein einz'ger heil'ger Drang, Eine Begeistrung, Juden und Germanen. Daß deutsch wir sind — nicht braucht es des Beweises. Die Wahrheit liegt jetzt sonnenhell zutage, Da froh, aus eig'nem Trieb die' Juden sich Um ihres Vaterlandes Fahnen scharen. Mir zu gewinnen — sei's, wenn fällt das Los, Auch mit dem eig'nen Blut — das Vaterland, Das mir wie meinen Brüdern, leider, leider Gar vielfach ein Stiefvaterland gewesen, Das war mein fester, wohlerwogner Wille.