Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 7/8 (1915)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1915)
- Date
- 1915-07-01
- Page
- Seite 94 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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94 Sücherscha« o o o o Verlag mit und ohne hebräischen Text ausgegeben. Der deutsche Text ist 224 Seiten stark und kostet für sich allein 85 pfg. Mir empfehlen das prachtvolle Büchlein als herrliche Festgabe für unsere Soldaten im Feld. Lamm's jüdische Feldbücherei Nr. 6: Feldbrbrl für den Völkerkrieg 1914—15. 87 5. Preis 60 pfg. Eine sehr geschickte Zusammenstellung bedeutungsvoller Bibelstellen für die Kriegszeit. Das Büchlein wird eine erhebende und erbauliche Lektüre, ein Ouell des Trostes und der Kraft in Stunden des Leidens und der Gefahr, in Todesnot und Kampfessturm sein. Aus der Thora, den Propheten und den übrigen heiligen Schriften ist das Geeignetste und Eindruckvollste ausgewählt. Samuel, Rabbiner Dr. s. Bibel und Heldentum. Fünf Kriegsvorlesungen gehalten in den Akademischen Kursen zu Essen im IVintersemefter 1914/15. Berlin, Louis Lamm 1915. 8o. 76 Seiten. Preis 1 Alk. (elegant. Karton 1,50 Alk.) „Aller Aufruhr der Gefühle, alles Mögen der Gedanken, sie suchten und fanden Zuflucht in der Melt der Bibel. Diese erhob sich vor uns in ihrer reckenhaften Größe, ihre Morte tönten mit ehernem Munde, ihre Farben glühten in unerhörtem Glanze; ihre Lehre klang nie so deutlich: mit Gott durch Kampf und Sieg!" Diese Morte der Vorrede bilden das Grundmotiv der 5 Vorlesungen, deren Themata sind: Die Bibel gehört einem heldenhaften Volke an; — Geschichte und Gesetzgebung stellen die Kriege dieses Volkes untersittliche Zdeen; — Die Propheten weisen Krieg und Frieden ihren platz inr Meltenplane Gottes an; — Psalmen und Neues Testament schmieden der Seele der Frommen eine undurchdringliche Rüstung; — Der kriegerische Geist der Bibel ging seine herrlichste Verbindung ein mit deutschem Heldensinn. Die Vorlesungen, gewidmet dem Andenken des Neffen des Verfassers, der den Heldentod fürs Vaterland starb, atmen vaterländische Begeisterung und edlen jüdischen Adelsstolz. Ohne aufdringlichen, wissenschaftlichen Apparat verraten sie in jedem Satz den gediegenen Forscher und Gelehrten von weitem und tiefen: Blick. Mahrheitsmutig, kraftvoll, in lapidarem gedrungenem Stil geschrieben, werden sie ein bedeutungsvolles Dokument der großen Zeit bleiben. Rabbinrfchrr Humor aus alter und neuer Zeit. Eine Sammlung von Anekdoten und „guten Mörtchen", von Dr. p. Z. Kohn. Berlin, Louis Lamm, 1915. preis ungeb. 2 Mk. Für Anekdoten, aus denen uns wirklicher Humor entgegensprudeln, sind wir immer dankbar, und so auch für diese Sammlung. Ihr Leserkreis wird freilich nur ein beschränkter sein können; denn nur derjenige, der in Bibel, Talmud und Midrasch zu Hause ist und seinen Siddur genau kennt und noch einiges von jüdischer Literatur und Liturgie weiß, nur der wird diese Sannnlung verstehen und genießen. Denn die beigefügten Uebersetzungen und Erläuterungen sind dem Kundigen entbehrlich, dem Unkundigen aber nicht ausreichend — ganz abgesehen davon, daß Mitz und Humor nicht gut Erläuterungen vertragen. Manche der Anekdoten sind recht harmlos; die meisten dagegen werden wir gern genießen. Die Rabbiner und Bachurim darin gehören im allgemeinen dem Osten an; es ist auffallend, wie schlecht der Herausgeber auf die „heutigen Rabbiner", die „akademisch gebildeten", die „Doktoren" zu sprechen ist. Ob der Verfasser, der sich selber als „Dr." auf dem Titelblatt vorstellt, die Selbstverspottung tzücht herausgefühlt hat, als er schrieb: „Von S. R. Hirsch, dem berühmten Frankfurter Rabbiner, soll der treffende (sic!) Ausdruck herrühren: Seitdem die deutschen Rabbiner Doktoren werden, liegt das Zudenkum krank darnieder." (Doktoren-Aerzte). . Uebrigens ist der preis für ein.ungebundenes Bändchen von 126 Seiten einfachsten Drucks zu hoch. ' K.