Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 5 (1913)
- Issue
- Heft 9 (September 1913)
- Date
- 1913-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Liberales Judentum IRonatsfchrift für die religiöfen Intereffen des Judentums herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum in veutkckland unter der Redaktion von Dr. Caefar Seligmann, Rabbiner in Frankfurt a. ITl. No. 9. Jahrgang 5. September 1913. Zur Wahrheit über die Richtlinien und zum frieden. Uan Dr. J. Goldlchmidt-Offenbach a. IR. Motto: Haemeth wehaschalom eliabn, die Wahrheit und den Frieden liebt. err Dr. Mohlgemuth, der offizielle Kritiker der „Richtlinien", stellt mir in Nr. 25> der „Züd. Presse" ^9^ bas Zeugnis aus: ich fei der „der die Hauptaufgaben seiner literarischen Tätigkeit darin siebt, eine Versöhnung zwischen dem Liberalismus und der Orthodoxie anzubahnen". Don meinen Artikeln „Zur Reform der jüdischen Ehescheidung" sagt er: „die, so himmelweit sie vom Geiste des gesetzestreuen Judentums entfernt sind, doch die Anerkennung verdienen, daß sie einen Zn halt haben, daß sie Dinge enthalten, über die es sich lohnt zu streiten." Noblesse oblige! Diese Anerkennung aus dem Munde eines Gegners ermutigt inich, meinen Bestrebungen nach Versöhnung und Frieden auch in dem Kampfe um die Richtlinien treu zu bleiben. Man mag über diesen Kampf denken, wie man will, so bleibt er doch immer ein Ungl ü ck für das Judentum der Gegenwart, das wahrlich zerklüftet genug ist. vielleicht gelingt es ineinem guten Millen, trotz der Schwäche meiner Kraft, dieses Unglück, den Kampf um die „Richtlinien", ans der Melt zu schaffen, oder doch wenigstens, ihn auf das Niveau der Ruhe und Sachlichkeit einer wissenschaftlichen Diskussion zu erheben. Sehe ich aber wirklich „die Hauptaufgabe meiner literarischen Tätigkeit darin, eine Versöhnung zwischen dem Liberalismus und der Orthodoxie anzubahnen"? Zch gestehe: Nein! Meine Hauptaufgabe sehe ich in der Trf o r s ch u n g der M a h r h e i t, auch der Wahrheit des Judentum s. Aber aus der M a h r h e i t, denke ich, muß der Frieden von selbst erblühen. Zn diesem Sinne bitte ich Herrn Dr. Mohlgemuth, auch sein so gemischt freundliches Urteil in seiner Richtlinien-Broschüre S. 2% welches mir, in Verbindung mit Herrn Kollegen Seligmann, nur die böse Mahl zwischen „Mahnsinn", „Unaufrichtigkeit", oder „unverzeihlicher Torheit" läßt, zu modifizieren. Tr sagt dort von mir: „denn auch der zweite Sänger der liberalen Vereinigung, dessen dichterische Begabung wir ebenso schätzen, hat in seinem Buche — oder besser seinem „Lehrgedicht" — „D a s M e s e n des Z u d e n t u m s", mit heißem Bemühen auseinanderzusetzen gesucht, daß der Unterschied der Auffassung des Offenbarungzbegriffs in den beiden Lagern ein'minimaler sei." Da stimmt nicht ganz. Nur in den letzten \ m CI