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Liberales Judentum · 1913-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1913) · p. Seite 161

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Journal
Liberales Judentum
Volume
5 (1913)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1913)
Date
1913-06-01
Page
Seite 161 (sequence 41)
Language
German
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o o o o Sücherfchau 161 \830 führen ihn einsame Wochen in Norderney zur Beschäftigung mit der Bibel und bei dieser Bibellektüre geht ihm die Vergeistigungsidee des Judentums auf. „Ich gehöre nicht zu den Materialisten, die den Geist verkörpern, ich gebe vielmehr den. Körpern ihren Geist zurück, ich durchgeistige sie wieder, ich heilige sie" usw^ Vollkommen ablehnend verhalten sich Gabriel Riester und Berthold Auerbach gegen den getauften Heine, Riester wehrt sich gegen die Ginreihung seines in die Galerie ausgezeichneter Israeliten. Die Judenverfolgungen in Damaskus (854 erwecken in Heine ein starkes Jüdisches Solidaritätsgefühl, und in 4 Aufsätzen tritt er mit großer Energie gegen die Judenverfolgungenauf. Den „Rabbi von Bacharach" läßt er in dieser Zeit erscheinen, plotke sagt mit Recht „es finden sich wohl in diesem Werk, das aus dem Blutmärchen wie eine Passionsblume emporwächst und der Blutbeschuldigung von Damaskus Beziehungen, die den historisch stark empfindenden Dichter zur Herausgabe gerade in diesem Jahre mit-, veranlaßt haben." An einer anderen Stel wieder finden wir eine wundervolle Verherrlichung des Messiasgedankens gegenüber dem deutschen Kysfhäusertraum. Doch es würde zu weit führen, an der Hand des interessanten Buches Heines weitere religiös-jüdische Entwicklung zu verfolgen. „Die Erdenschmerzen geben Raum zu schlichter Selbstbesinnung, zu der er nach den Stürmen des Lebensgenusses auch ohne Krankheit gelangt wäre." Mb wir nun Heine, nach plotkes Ansicht, als „Nalionaljuden, als Reformjuden, als Künstlerjuden" betrachten, das Wasser der Taufe vermochte nicht seine glühende, ewig-sehnsuchtvolle Liebe zum Judentum zu ertränken, wenn auch uns, die wir die Taufe Heines nicht verzeihen können, dieselbe immer als ein Fleck auf dem verklärten Bilde des Dichters erscheinen wird. Die Lektüre dieser seinen, psychologischen Studie von Georg plotke aber sei allen Freunden des großen deutschen Dichters mit dem heißen jüdischen Herzen empfohlen, sie werden eine Fülle interessanter Anregungen daraus schöpfen können. Ella Seligmann. Zur Besprechung eingegangen: Denkmäler jüdischen Geistes, herausgegeben von D. B. May und I. A. Levy. Verlag von I. Kauffmann, Frankfurt a. M. (. M o s e s M e n d e l s s o h n, eine Auswahl aus seinen Sckristen und Briefen. 8°. (24 Seiten, br. Mk. O.9O. 2. Gabriel Rießer, eine Auswahl aus seinen Schriften und Briefen. 6". (24. Seiten, br. Mk. 0.90. D r. Ismar Freund, die Emanzipation der Juden in P'reußen unter besonderer Berücksichtigung des Gesetzes vom ((. März (8(2. Ein Beitrag zuv Rechtsgeschichte der Juden in preußen. Erster Band: Darstellung 258 Seiten. Zweiter Band: Urkunden XII und 524 Seiten. Groß 80. Berlin (9(2. Verlag von M. Popxelauer. Herausgegeben auf Anregung und unter Leitung des Tentral- Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens von diesen und anderen Organisationen und Gemeinden. D r. Paul R i e g e r, Z u r Jahrhundertfeier des Iudenedikts vom fl. März (8(2. Ein Rückblick auf den Kampf der preußischen Juden um die Gleichberechtigung. Berlin (9(2. 8°. 46 Seiten. Herausgegeben wie oben. Dr. Georg Salzberger, Salomos Tempelbäu und Thron in der semitischen S a g e n l i t e r a t u r. Berlin, Mayer & Müller (9(2. 8°. X und (09 Seiten, br. 5 M. (Band II, Heft I der Schriften der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums). Eugen Gärtner, Komposition und Wortwahl desBuches der Weisheit. Berlin, Mayer & Müller (9(2. 8°. VIII und 23( Seiten, br. Mk. 4.0O. (Band II, Heft 2—4 der Schriften für die Wissenschaft des Judentums). D r. M a u r i c e F i s h b e r g, die Rassenmerkmale der Juden. Eine Einführung in ihre Anthropologie. Mit <\2 Tafeln in Kunstdruck. (9(5. München. Verlag von Ernst Reinhardt. XI und 272 Seiten, br. m. 5.—. 8. Ferares, la duree de l’annee biblique et l’origine du mot ,.schanah“. Extrait de la Revue de Linguistique 1912. — Paris, Librairie Durlacher 1912. 8°. 24 Seiten.

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