Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 5 (1913)
- Issue
- Heft 5 (Mai 1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Ciberaks Judentum iTlonatsfchrift für die religiösen Interessen des Judentums herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum in Deuffdiland unter der Redaktion von Dr. Caefar Seligmann, Rabbiner in Frankfurt a. JTl. No. 5. Jahrgang 5. Mai 1913. Wer will die Einheit des deutfdien Judentums zertrümmern? Beleuchtung der neuesten Petition der freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums an das preußische Abgeordnetenhaus. eit längerer Zeit werden Bemühungen aufgewendet, den nicht genügend leistungsfähigen Synagogengemeinden einen Zuschuß aus Staatsmitteln zu verschaffen, vermöge dessen sie ihren Rabbinern und sonstigen Rultusbeamten bessere Existenzbedingungen gewähren könnten. U. a. hat sich auch der Verband der deutschen Juden deswegen an das preußische Abgeordnetenhaus gewandt. Es war beantragt worden, die zu bewilligende Summe dem Deutsch-Zsraelitischen Gemeindebund zwecks Verteilung zu überweisen. Der preußische Landtagsabgeordnete, Herr Geheimrat Gaffel, der stets und überall tapfer für Zuden und Judentum eintritt, hat sich der Angelegenheit im preußischen Abgeordnetenhause angenommen. Es war ihm geglückt, seine Fraktion und eine nicht unbeträchtliche Anzahl wohlmeinend:r Abgeordneter anderer Fraktionen davon zu überzeugen, daß der gestellte Antrag berechtigt sei. Die Entscheidung sollte in der 3. Lesung des Etats fallen. Da geht bei dem preußischen Abgeordnetenhause, kurz vor der 3. Lesung, die nachstehende Erklärung ein: Frankfurt a. M., 9. April 1913. Petition der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums (Sitz Frankfurt a. M.)" betrifft Antrag (1292) zur Gewährung eines Staatszuschusses an die kleinen Synagogengemeinden. . An das Hohe Haus der Abgeordneten Berlin. In der 67. Sitzung der Budgetkommission sowie in der 156. Plenarsitzung des Hauses der Abgeordneten vom 3. April d. I. ist über einen Antrag der Herren Abgeordneten Cassel-Dr. v. Campe verhandelt worden, der die Gewährung von Staatsbeiträgen an nicht genügend leistungsfähige Synagogengemeinden zum Zwecke der Besoldung und Versorgung ihrer Kültusbeamten befürwortet. Wir richten an das Hohe Haus auch unsererseits als Vertretung der religiös-konservativen Kreise der preutzische« Judenheit die ergebene Bitte, diesem Anträge — entgegen dem Votum der Budgetkommission — zustimmen zu wollen mit der Maßgabe, daß die Verteilung der Zuschüsse unmittelbar durch die staatlichen Instanzen an die einzelnen Synagogengemeinden erfolge. Nach der wohlwollenden Stellungnahme der Parteien zu der Tendenz des Antrages im allgemeinen dürsten die staatsrechtlichen und praktischen Bedenken formaler Natur, die erhoben wurden.