Liberales Judentum
- Journal
- Liberales Judentum
- Volume
- 5 (1913)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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24 Rundschau: München, Köln, Elberfeld O O o o edikts von M3 in Bayern, welche sowohl von liberaler, wie orthodoxer Seite gewünscht werde, aber auf widerstand bei den Rabbinern stoße, als opportun erscheine gleichzeitig auch im Interesse des Friedens innerhalb der Gemeinde, ein Kompromiß mit der orthodoxen Gegenpartei einzugehen und ihr einen Kandidaten für die Hauptwahl zuzugestehen. Dies dürfe jedoch nicht abhalten, mit gleicher Energie, mit gleicher Aarteidisziplin am Wahltage für die von unserer Vereinigung aufgestellten Kandidatenliste einzutreten, damit diese mit großer Stimmenmehmehrheit zum Siege komme; denn nur durch entsprechenden Ausbau des Gemeindelebens könne die Stärkung und Verbreitung liberaler Grundsätze im Judentums vor sich gehen. Die Versammlung spendete auch diesem Referenten für seine Ausführungen reichen Beifall. Der verlauf des Abends zeigte, daß unser Lokalverband in rührigster Weise den Aufgaben und 'Zielen des Liberalismus gerecht werden will. München. Bei 'der arn^S. Dezbr. \ty\2 stattgehabten Hauptwahl von Mitgliedern zur Verwaltung der israelitischen Kultusgemeinde wurden die vom Vereine zur Wahrung liberaler Interessen des Judentums aufgestellten Kandidaten gewählt und zwar die Herren Justizrat Dr. Ofner, Landrat Michael Nußbaum, Rentier Albert Landauer, Rechtsanwalt Dr. Oestreich, Kommerzienrat Jos. Thannhauser und als Kompromißkandidat Herr Rechtsanwalt Dr. Max Feuchtwanger. Köln. Am 28. Dezember hielt Herr Rabbiner Dr. Kaelter aus Danzig im dichtgefüllten großen Saale des Toloniahauses einen Vortrag über „Die gegenwärtige Lage des liberalen Judentums". In fast lVsstündiger, zündender Rede gab Herr Dr. Kaelter einen Ueberblick über die Entwicklung des jüdischen Liberalismus im Anfang und in der Mitte des vorigen Jahrhunderts und führte 'den Beweis, daß das moderne Judentum nur liberal sein könne und liberal sein müsse. Der Redner erläuterte die Notwendigkeit der Gründung unserer Vereinigung, die in den 5 Jahren ihres Bestehens stets bemüht gewesen sei, , die große Zahl der Indifferenten zu sich hinauf zu ziehen, ohne jede verletzende Angriffe auf die orthodoxe oder konservative Richtung. Im zweiten Teile seiner Rede sprach Herr Dr. Kaelter — auf Wunsch der Veranstalter — dann über unsere Richtlinien, die nicht einreißen, sondern aufbauen wollen und schloß mit dem Appell, jüdisches Leben im Hause neu zu beleben und hoch zu halten. Reicher, langanhaltender Beifall seitens der zahlreich versammelten Damen und Herren lohnte unsern Gast. Herr Justizrat Dr. Tallmann — der Vorsitzende des liberalen Grtsvereins — lieh diesem Beifalle in seiner bekannten vorzüglichen Art herzliche Worte und betonte, daß der Vorstand der Kölner Synagogen-Gemeinde sich voll und ganz der Erklärung der Berliner und Frankfurter Verwaltungen angeschlossen habe und gewillt sei, jeden unberechtigten Angriff auf seine gewählten Beamten auf das entschiedenste zurück zu weisen. Unserem Vorstandsmitglieds Herrn Bruno Heidenheim — der vor dem Vortrage einige begrüßende Worte an Herrn Dr. Kaelter und an die Versammlung gerichtet — war es vergönnt, zum Schlüsse eine Anzahl Beitritts-Erklärungen zu unserer Vereinigung entgegen nehmen zu können. Auch in Elberfeld, das sich durch besonders reges Interesse an der liberalen Bewegung auszeichnet, fand eine glänzend verlaufene Versammlung der Ortsgruppe für das liberale Judentum statt, in welcher Dr. Kaelter den mit großer Begeisterung aufgenommenen Vortrag hielt. von Herrn Rabbiner Dr. Vogelstein erhalten wir folgende. Berichtigung: Der stenographische Bericht über die j)osener Tagung in der Dezembernummer verzeichnet in dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden die Bemerkung, daß auch in Königsberg ein liberaler Jugendverein bestehe. Ich habe damals diese Bemerkung durch einen Zwischenruf für irrig erklärt. Der Bericht verzeichnet den Zuruf, aber nicht den Inhalt des Zurufs. Ich lege wert darauf, daß der Irrtum in der Januar-Nummer richtig gestellt wird. gez. Dr. vögelst ein. Herausgegeben von der Vereinigung für das liberale Judentum Berlin W. 8, Mauerstraße 49. Für die Redaktion und den Verlag verantwortlich vr. C. Seligmann, Frankfurt a. M., Friedrichstr.29. Druck und Expedition von Voigt & Gleiber, Frankfurt a. M.. Bieber-Gafse 6.