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Liberales Judentum · 1911-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1911) · p. Seite 168

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Liberales Judentum
Volume
3 (1911)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1911)
Date
1911-06-01
Page
Seite 168 (sequence 48)
Language
German
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168 Rnndsch a n „Di c Ziele des Jüdischen Liberalismus". Zn einstündigem freien Vorträge verstand er es, die Zuhörer zu fesseln und zu begeistern. Durch eingeflochtene Beispiele aus dem Leben gelang es ihm die an und für sich etwas trockene Materie interessant zu gestalten. Wir glaubten manchmal nicht einen Laien, sondern einen Fachmann zu hören. Der Orthodoxie ließ der Redner volle Gerechtigkeit widerfahren und sprach von dieser in äußerst vornehmer Weise. Nur vor den „Scheinorthodoxen" glaubte er warnen zu müssen. Als Hauptzweck des Vereins bezcichnete der Referent, die Indifferenten aufzurütteln. (Einen etwas breiteren Raum in seinen Ausführungen nahm die „Lhefcheidu n g" bei den Juden, sowie die Feuerbestattung ein. Mit dem Vorschlag, die Frau mehr zur Beteiligung am religiösen Leben heranzuziehen, ihr vielleicht auch bei kirchlichen Wahlen das Wahlrecht einzuräumen, hatte er den Damen aus dem Herzen gesprochen und erntete dafür reichen Beifall. Der -Vorsitzende sprach dem Referenten alsdann seinen Dank aus und forderte die Anwesenden auf, dem Verein als Mitglieder beizutreten. Dem Wunsch wurde entsprochen; es erfolgte eine erhebliche Anzahl von Beitrittserklärungen. Verschönt wurde der Vereinsabend auch noch durch musikalische Vorträge. Frau Bertha Linstein und Hauptlehrer Marx ließen sich in Duetten aus „Elias" von Mendelsohn und aus der „Zauberflöte" von Mozart hören. Sämtliche Vorträge. wurden dankbar aufgenommen. Mit dem Bewußtsein, einen vergnügten Abend und für den Verein einen schönen Erfolg erzielt zu haben, trennte man sich in später Stunde. Eßlingen. Im Mai Bll hielt Herr Dr. Abraham-Berlin im Hotel z, Krone hier einen Vortrag über das Thema: „Die Ziele des jüdischen Liberalismus". Die interessanten Ausführungen des Vortragenden, der in geschickter und wirksamer Weise das Programm der Vereinigung für das liberale Judentum entwickelte, fanden den lebhaften Beifall der Versammlung. Infolge des Vortrages traten verschiedene neue Mitglieder unserer Ortsgruppe bei. Das schiedsgerichtliche Verfahren, welches zwischen Herrn Rabbiner Dr. Biberfeld einerseits und Herrn Rabbiner Dr. Seligmann als Redakteur der Monatsschrift „Liberales Judentum" andererseits geschwebt hat, ist durch folgenden Vergleich, dem beide Parteien zugestimmt haben, erledigt worden. Herr Rabbiner Dr. Seligmann erklärt: In dem Artikel: „Dr. Biberfeld oontra, Dr. Blau" in Heft fO, Jahrgang 2 der Monatsschrift „Liberales Judentum" hat Herrn Rabbiner Dr. Biberfeld nicht der Vorwurf gemacht werden sollen, daß er denunziert habe, sondern es hat nur der Empfindung Ausdruck gegeben werden sollen, die Artikel des Herrn Dr. Biberfeld hätten, wenn auch unbeabsichtigt, eine solche Wirkung haben können. -Lerausgegeöen von der Vereinigung für das liberale Judentum Berlin 6 2, H ei ligegeist straß e 45. Mir die Redaktion und den Verlag verantwortlich Dr. L. L e lig mann, Arankfurt a. AI., Nriedrichflr. 29» Druck und ÄLpedition von Voigt <fe Gleiber, Frankfurt a. AI., Vibergalse 6.

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