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Liberales Judentum · 1911-02-01 · Heft 2 (Februar 1911) · p. Seite 48

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Journal
Liberales Judentum
Volume
3 (1911)
Issue
Heft 2 (Februar 1911)
Date
1911-02-01
Page
Seite 48 (sequence 24)
Language
German
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48 Rundschau 0 o 0 o griff, ist darum völlig ungerechtfertigt, weil ich die anderen Fragen schon vorher alle behandelt hatte. Da die Ausführungen Josephs mir keinen Anlaß gaben, auch nur ein Iota an meinen Anschauungen zu ändern, würde eine Wiederholung nichts wie eine Zeit- und f)apierverschwendung bedeutet haben. 2. Die „persönliche Wendung", die ich (!) der Diskussion gegeben habe, besteht darin, daß Joseph mir glatt vorwarf, ich sprächemeinewahreMeinungnicht aus, um nicht der allgemeinen Zustimmung verlustig zu gehen. Wenn Joseph also mir so niedere Motive vorwirft, dann gebe ich seiner Ansicht nach der Diskussion eine persönliche Wendung! Alle Achtung! Eine tollere Verdrehung von Tatsachen ist wohl noch niemals vorgekommen. 3. Am wichtigsten und traurigsten ist in der obigen Erwiderung die Tatsache, daß ein deutscher zionistischer Rabbi¬ Durch das Ableben des Herrn Sally Flörsheim in Dortmund hat die Unterzeichnete Vereinigung einen schmerzlichen Verlust erlitten. Seit Begründung der Vereinigung ihrem Vorstande angehörend, hatte der Verblichene alle seine reichen Zähigkeiten und Mäste in den Dienst der Vereinigung gestellt und mitgeholfen, den Liberalismus im Judentum in weite kreise zu tragen und dauernd zu befestigen. Muß der Vorstand der Vereinigung den treuen Mitarbeiter schmerzlich vermissen, so wird doch das, was er geleistet hat, ihm ein dauerndes Andenken bei allen Anhängern des liberalen Judentums fichern. Berlin, den 21. Zebruar 1911. Vereinigung für das liberale Judentum in Deutfcblanä. Der 'Vorstand: Bernhard Breslauer, Justizrat., ckerausgegebe» vo» 6er Vereinigung fUr da» liberale Judentum Aerlin 6 2, Leiligegeiststraße 45. Aür die Veda Klio« und de» Verlag verantwortlich Dr. L. Selig manu, Arankfurt a. Al., Ariedrichflr. 3S. Druck «ud Srpeditio« von Voigt äo Gleiber, AranLfurt a. Al.» Vibergaffe 6. nerganzoffen zugegeben hat, man könne ein guter Nationaljude und dabei ein guter Christ oder ein überzeugungstreuer Atheist sein! Dies sei hiermit festgestellt. Ich bedauere im Interesse unseres Gesamtjudentums diese unendlich schwerwiegende Meinungsäußerung aus tiefstem Herzen. Fällt sie doch uns allen, die wir in der Bekämpfung der Taufe eine der wichtigsten Seiten unserer öffentlichen Tätigkeit erblicken, in einer noch nicht zu übersehenden Weise in den Rücken, während sie den Taufkandidaten eine furchtbare Waffe in die Hand gibt, sodaß sie uns in unseren! mühevollen Kampfe gegen Abfall und Treulosigkeit unübersehbare Schwierigkeiten in den weg legen wird. Das einzige Erfreuliche in dieser trüben Angelegenheit besteht darin, daß durch die Erklärung des Herrn Dr. Joseph die Sachlage wenigstens durchaus geklärt ist. Goldmann-Gvveln.

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