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Liberales Judentum · 1910-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1910) · p. [Seite]

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Journal
Liberales Judentum
Volume
2 (1910)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1910)
Date
1910-06-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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liberales Judentum JTlonatsTdirift für die religiösen Intereffen des Judentums herausgegeben non der Vereinigung für das liberale Judentum in Deuffchland unter der Redaktion van Dr. Caefar Seligmann, Rabbiner in frankfurt a. IN. No. 6 und 7. Jahrgang 2. Juni und Juli 1910. Die Berliner Religionsgefpräche. m Sonntag, den 8. Mai veranstaltete die | „Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland" in Berlin im großen Saale der Philharmonie eine öffentliche Versammlung, die von dem Vorsitzenden der Vereinigung, Herrn Zustizrat Bernhard Breslauer, geleitet wurde. Das Thema lautete: Die Berliner Religionsgespräche. fjerr Rabbiner Dr. Hochfeld-Berlin, der erste Redner, besprach die Veranlassung zu den Religionsgesxrächen. Herr Rabbiner Dr. Baeck-Düsseldorf beschäftigte sich mit dem Inhalte derselben. Herr Rabbiner Dr. Vogelstein - Stettin legte die Folgen dar, die sich aus den Religionsgesprächen für die Zuden und das Judentum ergeben. Der letzte Redner, Herr Zustizrat Dr. Blau-Frankfurt a. M. erörterte die Frage, ob die religiös-liberale Bewegung der Erhaltung des Judentums diene. Die Versammlung war von weit über 11000 Personen besucht. Zustizrat Breslauer schloß die Versammlung mit einem warmen Appell zur tätigen Mitarbeit im Judentum und für das Judentum, „das war, ist und immer sein wird." „das Judentum ist die Religion!" Sämtliche Vorträge fanden ungeteilten, stürmischen Beifall der imposanten Versammlung, die nach jeder Richtung hin einen glänzenden Verlauf genommen hat. wir lassen die Ansprachen in extenso folgen. Ansprache des Rabbiners Dr. Hochfeld-Berlin. wie oft ist die Religion schon totgesagt worden? wie oft hat man ihr schon das nahe Ende prophezeit? wie oft hat man uns, die wir ihr im modernen Geistesleben den ihr gebührenden plafc erkämpfen und behaupten wollen, zugerufen, daß wir auf einem verlorenen Posten stehen, daß wir für eine verlorene Sache streiten, daß aller Aufwand an Mühe und Rraft den Zusammenbruch der religiösen Weltanschauung nicht aufzuhalten vermöge! Und wie reich ist gerade das letzte halbe Jahrhundert an Negierungen und Verurteilungen gewesen! Auf die plumpen Reulenschläge des Materialismus folgten die wirksameren Angriffe der feingeschliffenen Waffen Nietzsches; die ablehnende und ausschließende Haltung der ethischen Uultur wurde in unseren Tagen abgelöst durch die lauten und lärmenden Proteste des Monismus. Zm Zusammenhang mit diesen

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