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Liberales Judentum · 1910-02-01 · Heft 2 (Februar 1910) · p. [Seite]

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Journal
Liberales Judentum
Volume
2 (1910)
Issue
Heft 2 (Februar 1910)
Date
1910-02-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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liberales Judentum Ulonatsfchrift für die religiösen Intereffen des Judentums herausgegeben van der Vereinigung für das liberale Judentum in Deuffchland unter der Redaktion van Dr. Caefar Seligmann, Rabbiner in Frankfurt a. M. No. 2. Jahrgang 2. februar 1910. Schulfeiern. nter dieser Ueberschrift brachte die Allgemeine Zeitung des Judentums in der ersten Nummer des neuen Jahrganges einen Leitartikel, der sowohl vom religiösen als auch vom pädagogischen 'Gesichtspunkte sehr anfechtbar ist, und der daher mit Recht Herrn Rabbiner Dr. vogelstein-Stettin zu einer Entgegnung veranlaßt hat, die in Nummep der genannten Zeitung zur Veröffentlichung gelangt ist. Da die in diesen Artikeln besprochene Angelegenheit von allgemeinstem Interesse ist und vor allem für das liberale Judentum eine hohe Bedeutung hat, erschien es uns im Ginverständnis mit Herrn Rabbiner Dr. Vogelstein geboten, die „Entgegnung" durch das Grgan unserer Vereinigung weiteren Rreisen zugänglich zu machen, um unsere Stellung zu dieser Frage zu betonen und unsererseits zur Beseitigung einer Auffassung beizutragen, die aus Unkenntnis der tatsächlichen Verhältnisse und aus falscher Anwendung eines scheinbar liberalen Prinzips hervorgegangen ist und leicht verhängnisvolle Folgen haben kann. * * -t- »Entgegnung“ von Vogelstein - Stettin. „U)ir wollen unserem Glauben treu bleiben, aber wir wollen die Rluft nicht vergrößern, die zwischen uns und unseren andersgläubigen Mitbürgern besteht, und nicht dulden, daß unnötige Scheidewände aufgeführt werden, daß unser Recht und das Recht unserer Rinder verkümmert wird." So schließt der Leitartikel der ersten Nummer dieser Zeitung im neuen Jahre, und mit diesem Schlüsse ist gewiß jeder, auf welchem religiösen Standpunkte er stehen mag, völlig einverstanden, ob aber auch mit dem übrigen Inhalt des Aufsatzes, ob mit den Gedanken unh Forderungen, die in bezug auf die Beteiligung der jüdischen Schüler an den religiösen Schulfesten ausgesprochen werden — das will mir zweifelhaft erscheinen oder vielmehr nicht zweifelhaft, da bin ich gewiß, daß bis weit in die liberalsten Rreise hinein sich lebhafter Widerspruch erhebt. Die Beteiligung an allen Schulfeierlichkeiten, auch an solchen, die einen ausgesprochen religiös-konfessionellen Lharakter tragen, wie die zu Beginn und am Schlüsse der Schulwoche, oder aus Anlaß des Reformations- und weihnachtsfestes veranstalteten, soll für die jüdischen Schüler obligatorisch

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