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Liberales Judentum · 1908-01-01 · 1 (1908) · p. Seite 17

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Journal
Liberales Judentum
Volume
1 (1908-1909)
Issue
1 (1908)
Date
1908-01-01
Page
Seite 17 (sequence 17)
Language
German
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V 176. Siegfried Sachs, Berlin. 177. I. Salomon, Berlin. 178. Rabbiner Dr. Salomon, Berlin. 179. Oberlehrer Dr. <£. Samter, Berlin. 180. Fabrikbesitzer Magnus Samuel, Berlin. 181. A. Sand, Berlin. 182. £j. Schaefer, Berlin. 188. Professor Dr. Moritz Schaefer, Berlin. 184. Karl Schiff, Berlin. 185. Lehrer N. Schimmelmann, Berlin. 186. Carl Schwarz, Berlin. 187. Bernhard Sieburg, Berlin. 188. Albert Silbermann, Berlin. 189. Georg Silberstein, Berlin. 190. Zahnarzt Simon, Berlin. 191. Iustizrat Dr. Hermann Veit Simon, Berlin. 192. Emil Streisand, Berlin. 193. Iustizrat Timendorfer, Berlin. 194. Professor Dr. Türk, Berlin. 195. M. A. Wagner, Berlin. 196. Martin Wallach, Berlin. 197. Maurermeister S. weile, Berlin. 198. Ld. wiener, Berlin. 199. Sanitätsrat Dr. Wiesenthal, Berlin. 200. M. wollmann, Berlin. 201. Geheimrat Dr. wollner, Berlin. Programm. Die jüdische Religion vermag sich der Zeitanschauung entsprechend fortzuentwickeln, ohne daß dadurch ihr Wesen, ihr Bestand und ihr Zusammenhang mit -er Vergangenheit sich verändert, hieraus ergibt sich für die Gegenwart die Berechtigung und Notwendigkeit, den ewigen Gehalt und die unveränderlichen Grundlagen der jüdischen Religion in Erscheinungsformen zum Ausdruck zu bringen, die unserer Zeit angemessen sind, damit nicht ein dem Judentum fremder Gegensatz zwischen Lehre und Leben entsteht. Die deutschen Juden müssen unter pietätvoller Anlehnung an' die Vergangenheit ihr äußeres Leben mit ihren inneren Anschauungen in Uebereinstimmung bringen, insbesondere darf kein Gewicht auf die Innehaltung veralteter Vorschriften und Gebräuche und abgestorbener Sitten gelegt werden. Der Gottesdienst ist gemäß den Bedürfnissen der Zeit auszugestalten, und es ist in ihm der deutschen Sprache ein breiter Raum zu gewähren, damit Geist und Gemüt der Besucher des Gotteshauses Erhebung und Erbauung finde. Der Religionsunterricht ist so zu gestalten, daß er die gesicherten Resultate der Wissenschaft berücksichtigt, die Entwicklungsfähigkeit des Judentums anerkennt, dadurch die Schüler mit Liebe zum Judentum erfüllt und sie nicht in Gegensatz zum Elternhause bringt. Ls muß der Wissenschaft des Judentums der ihr gebührende platz und Einfluß eingeräumt werden, damit durch Wort und Schrift die jüdische Religion in ihrer modernen Gestaltung würdig vertreten und verfochten wird. Auf die stärkere Beteiligung der Frau im religiösen und Gemeindeleben ist besonderer wert zu legen. Zur Vertretung der Interessen des liberalen Judentums und zur Stärkung des liberalen Gedankens ist eine ganz Deutschland umfassende Vereinigung gegründet. Dieser Vereinigung - können Einzelpersonen — Männer und Frauen — und Vereine beitreten; die bestehenden oder neu zu begründenden liberalen Vereine sollen sich der allgemeinen Vereinigung als Ortsgruppen anschließen. Ihre Zwecke sucht die liberale jüdische Vereinigung zu verwirklichen: durch Errichtung und Unterhaltung einer periodisch wiederkehrenden Zeitschrift, 2. durch Vorträge und ihre Verbreitung, 3. durch die Anregung zur Errichtung liberaler Iugendvereine. Resolution. Der religiöse Liberalismus im Judentum entnimmt seine Berechtigung aus dem Wesen des Judentums und seiner geschichtlichen Entwicklung und stellt somit neben der Orthodoxie einen vollberechtigten Faktor im Leben der deutschen Juden dar. wie der religiöse Liberalismus das Selbstbestimmungsrecht der Orthodoxie in ihren religiösen Angelegenheiten anerkennt und jeden Gewissenszwang verwirft, so verlangt er das gleiche Recht und die gleiche Freiheit für sich. Die Anerkennung dieser Grundsätze bildet die unverrückbare Grundlage eines friedlichen und gedeihlichen Zusammenwirkens innerhalb der Gemeinden. Unser Programm enthält die Forderungen, die der jüdische Liberalismus für sich aufftellt und im Gemeindeleben betätigen will; dem liberalen Prinzip der Gewissensfreiheit entsprechend wird bei seiner Durchführung den lokalen Verhältnissen Rechnung zu tragen sein. Unter Berücksichtigung dieser Erklärungen empfiehlt sich die unveränderte Annahme des Programms. Satzung. 8 l Mitglied der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland kann jeder deutsche Jude und jede deutsche Jüdin, ferner jeder Verein Deutscher jüdischen Glaubens werden, der die Förderung des liberalen Judentums bezweckt. Die Aufnahme erfolgt unter der Voraussetzung, daß die Aufzunehmenden auf dem Boden des Programms der Vereinigung stehen. 8 2. Die Vereinigung wird durch einen von der Mitgliederversammlung zu wählenden Vorstand vertreten, welcher aus J5 bis 2\ Personen besteht. Der Vorstand wählt einen Vorsitzenden und dessen Stellvertreter, einen Schriftführer und einen Schatzmeister. Der Vorstand fungiert bis zur jedesmaligen Neuwahl. Er hat das Recht der Zuwahl. 8 2. Der Sitz der Vereinigung befindet sich am Wohnort des jedesmaligen Vorsitzenden. 8 * Lin Mitgliederbeitrag ist zu erheben, doch steht die Höhe des Beitrages dem Ermessen jeden Mitgliedes frei. Der Mindestbeitrag einer einzelnen Person beträgt 3 Mark, Vereinigungen, die Mitglieder sind, haben außerdem einen Mindestbeitrag von 2 Mark für je JO ihrer Mitglieder zu zahlen. Jedes persönliche Mitglied und jeder angeschlossene Verein erhalten unentgeltlich ein Exemplar der von der Vereinigung herauszugebenden Zeih'chrift.

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