Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 37. für das Schlujahr 1913-1914 (1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 118)
- Language
- German
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8 bens an uns heran, in welcher wir von Wilhelm Bacher für immer Abschied nehmen müssen. Der große Schriftgelehrte hat sein dem Lernen und Lehren geweihtes Leben beendet,קול יללת הרעים כי שדדה אדרתם קול שאגת כפירים כי שדד גאון הירדן (Sach 11, 3) und, »es ertönt die Klage der Hirten, daß ihre Zierde genommen, es erschallt die Klage der Jünger, daß der Stolz des Jordans gefallen«: die Lehrer und Jünger der Landes-Rabbinerschule haben ihre Zierde und ihren Stolz verloren. Auch das andere Profetenwort ist für uns zur schmerzlichen Wahrheit geworden: ואכחיד את שלשת הרעים (ebenda 11, 8) »Ich nehme euch weg die drei Hirten«. Von den drei großen Lehrern, die an der Wiege unserer Anstalt gestanden, ist mit Wilhelm Bacher nunmehr auch der letzte dahingegangen. Sein Leben galt der Pflicht, das Beste, das seine Seele und sein Geist besaßen, gab er unserer Anstalt: volle 36 Jahre lehrte er an ihr das Gotteswort, für das er aus zahlreichen Schülern mehr als 100 neue begeisterte Verkünder erzogen hat. Er erzog sie durch eifervolles Lehren und vorbildliches Leben, durch Güte und Liebe, mit denen er seine Schüler stets umgab. Die Bibel, mit der ihn sein Vater Simon Bacher, der unvergessliche hebräische Dichter gesegneten Andenkens, schon in seiner frühesten Kindheit vertraut machte, blieb sein ganzes Leben hindurch seine treue Begleiterin, sie füllte ihm Herz und Seele mit ihrem Geiste und erhob Wilhelm Bacher zu einer biblischen Persönlichkeit, in der sich Geist und Charakter, Willen und Wissen in edler Harmonie paarten. All jene Wissenschaften, welche im Laufe der Jahrtausende aus der Bibel hervorsprossten, hat